Man mag es kaum glauben, aber ich komme jetzt tatsächlich dazu, etwas über die letzten Tage zu schreiben.
Samstag wollte ich eigentlich ausschlafen und das habe ich auch. Um neun Uhr hat mich nichts mehr im Bett gehalten, ich war wach und musste aufstehen. Tja, der Unterschied zwischen früh aufstehen und ausschlafen liegt bei mir nicht unbedingt in der Zeit. Beim Ausschlafen stehe ich nicht zwingend später auf als beim Frühaufstehen, sondern ich stehe nur dann ohne Zwang auf.
Nach leckerem Frühstück-Sushi und einer Dusche habe ich mein Flohmarktsachen ins Auto gepackt und gegen Mittag zu meiner Mutter gefahren. Da haben wir dann die restlichen Sachen für den Flohmarkt in das Auto meines Bruders und den Anhänger geladen. Zu der Zeit habe ich noch nicht daran gedacht, dass wir eventuell später einige Sachen wieder zurück auf den Dachboden schaffen müssen. Hätte ich daran gedacht, wäre ich wahrscheinlich weniger euphorisch gewesen. Samstag sind wir dann einigermaßen früh ins Bett gegangen um am Sonntag um 4:30 Uhr wieder aufzustehen.
Sonntag, noch vor Sonnenaufgang, haben wir dann unsrer Nachbarn getroffen und sind mit ihnen zu einem etwas entfernten Flohmarkt gefahren. Da haben wir dann den ganzen Tag gestanden um unsere aussortierten Spiele, Bücher, Klamotten und alles was noch brauchbar, aber von uns nicht mehr benötigt wird, zu verkaufen. Laut den routinierteren „alten Flohmarkthasen“ war der Flohmarkt nicht so gut, weil an diesem Wochenende noch mehrere hier oben im Norden wären. Also, bei uns lief es eigentlich ganz gut. Außerdem konnte man in Ruhe Leute beobachten. Am coolsten war die Schildkröten-Oma. Ich hab mich auch ein Bisschen in sie verliebt. Bei Schildköten-Oma gab es keine Schildkröten zu kaufen, sondern sie sah aus wie eine. Und verkauft hat sie allen möglichen Schrott, wo sie selbst nicht gewusst hat, wofür der ist, weil sie die Sachen von ihrem verstorbenen Sohn hat. Ist ja auch egal wofür der Kram ist, der Kunde muss nur wissen, was er damit machen möchte. Und von Schildkröten-Oma hätte sowieso jeder alles gekauft, weil sie einfach nur toll war/ist. Ich hätte ja gerne ein Foto von Schildkröten-Oma gemacht, aber der Akku meines Handy war leer und mein Brüderchen hat sich nicht getraut, sie zu fotografieren.
Schlimmer war der Nazi-Opa, den ich nicht wieder los wurde. Aber immerhin konnte ich ihm eine Spardose und eine Getränkezapfsäule verkaufen. Und Unverbesserliche gibt es eben immer wieder, vor allem wenn man aus der Zeit kommt und den ganzen Nazi-Kram noch in der Schule gelernt hat. Diskussionen sind da zwecklos.
Als wir dann am Nachmittag endlich zusammen packen konnten, brauchten wir nur noch ein Auto und den Anhänger für unseren ganzen Kram. Mein Auto musste nicht mehr vollgestopft werden. Auch der Reingewinn konnte sich unser Meinung nach sehen lassen. Und es gab natürlich Platz auf dem Dachboden für meinen ganzen Kram, der noch aus meiner Wohnung raus muss.
Nachdem wir alle nicht verkauften Sachen vom Flohmarkt zurück auf den Dachboden geschafft haben, war für mich der Tag gelaufen. Ich hatte die Befürchtung, mich am nächsten Tag vor Rücken- und Nackenschmerzen nicht mehr bewegen zu können.
Heute bin ich dann aber schmerzfrei aufgewacht. Also habe ich doch tatsächlich noch Muskeln im Rücken und muss noch nicht jammern, dass ich schon soooooo alt bin.
Heute kam ich aber ganz schlecht aus dem Bett. Aber ich hatte ja heute eigentlich auch gar nicht so viel vor. Meine Aktivitäten haben auch erst gegen 16 Uhr angefangen, denn da bin ich zum Arzt gefahren. Mit dem Impfstoff hat jetzt tatsächlich alles geklappt. Aber mit der letzten Tollwut-Spritze soll ich bin zum 31.8 warten und so wurde ich heute einfach gegen Typhus geimpft. Danach wollte ich zur Nachkontrolle der Kontaktlinsen. Leider war mein Optiker noch beschäftigt und so bin ich erst einmal durch die Innenstadt gelatscht und habe die Zeit totgeschlagen. Ich habe in einer Apotheke Desinfektionstabletten für Wasser bestellt und danach zufällig mal wieder eine alte Schulfreundin getroffen. Diese ist im 8. oder 9. Monat schwanger und wir dann nach der Geburt anfangen zu studieren. Ich finde, man sieht immer nur an anderen, dass man älter wird und die Zeit vergeht.
Als ich dann wieder zum Optiker kam, konnten endlich meine Kontaktlinsen überprüft werden. Jetzt habe ich wieder neue, die ich bis morgen testen darf. Und im Laufe der Woche werde ich mir auch eine neuen Brille aussuchen.
Auf dem Weg nach Hause bin ich dann noch in einem Baumarkt vorbei gefahren und habe neue Umzugskartons gekauft. Ich hoffe, dass ich jetzt möglichst alles darin verstauen kann. Ich hab ja keine Ahnung, wie viele Kartons ich für meine Sachen brauche. Einiges wird noch im Müll landen und die meisten Möbel muss ich auch zum Sperrmüll bringen.
Eben habe ich noch eine e-Mail von dem Mädchen bekommen, dass bis vor kurzem mein Projekt in Malawi gemacht hat. Sie ist jetzt seit ein paar Tagen wieder in Deutschland und konnte mir schon ein paar Fragen bezüglich meines Einsatzortes beantworten und wird sich hoffentlich bald wieder melden. So wie es aussieht, werde ich fließend Wasser und Strom haben, auf jeden Fall zeitweise am Tag. Es ist nämlich wohl so, dass manchmal der Strom in ländlichen Gebieten ausgeschaltet wird, damit in anderen „wichtigeren“ Gebieten es keine Probleme mit der Stromversorgung gibt.
UND jetzt ist Feierabend !