Da bin ich wieder!
Lilongwe ist ja immer wieder einen Kurzausflug wert. Die Busfahrt an sich dauert ja auch nur zwei bis drei Stunden. Da ich jedes Mal denke, je früher ich am Busdepot bin, desto früher kann ich auch losfahren, war ich auch am Donnerstag wieder um sieben Uhr aufgestanden und kurz nach acht Uhr am Busbahnhof. Ich habe auch gleich einen Bus nach Lilongwe gefunden und konnte es mir gemütlich machen auf meinem Sitzplatz. Hier in Malawi gibt es keine richtigen, naja eigentlich überhaupt keine, Busfahrpläne. Theoretisch kommen sie aber immer ungefähr zur gleichen Zeit hier in Kasungu an. Aber wann sie dann weiter fahren hängt ganz einfach davon ab, wann sie voll sind. So kann es schon mal sein, dass man mehrere Stunden im Bus verbringt, ohne überhaupt einen Meter vorwärts zu kommen. Mir ging es natürlich mal wieder so. Damit man einen Sitzplatz bekommt, muss man rechtzeitig da sein. Und ich bin ja leider die Überpünktlichkeit in Person (auch hier in Malawi immer noch, wenn ich nicht auf andere Leute warten muss …). Deshalb saß ich auch von kurz nach acht bis kurz vor elf Uhr gemütlich im Bus ohne Lilongwe ein Stück näher zu kommen. Aber so ist das eben hier mit den großen Bussen. Mit den Minibussen eigentlich auch, nur die füllen sich um einiges schneller. Aber uns wurde ja geraten, bei Überlandfahrten immer die großen Busse zu bevorzugen, denn die sind sicherer und man kommt auch eigentlich schneller (natürlich nur die Fahrtzeit gemessen *g*) am Ziel an, denn sie halten nicht überall. Aber das gute ist, wenn man Hunger oder Durst hat oder sonst irgendetwas braucht, kann man das bequem vom Bus aus kaufen. Man kann nicht nur Chips (Pommes mit Salat), Obamas (leckere, große Brötchen), alle möglichen Sorten von Softdrinks, Obst und Gemüse, sondern auch Jesuskalender, Zahnbürsten und Zahnpasta und Schmuck kaufen.
Aber meine Lieblingsbeschäftigung im Bus ist schlafen und die vieler Malawier auch. Es gibt mehrere Möglichkeiten es sich dabei gemütlich zu machen. Zum einen kann man sich einfach hinten (Bild rechts) anlehnen, was bei mir leider bei meinen letzten beiden Busfahrten nicht gut ging, denn die Sitzlehnen waren zu niedrig. Oder man kann den Kopf wahlweise gegen ein Fenster oder gegen einen Nebenmann lehnen (Dazu muss man sich nicht unbedingt kennen. Bei mir hat sich schon mal eine ganze malawische Familie angelehnt und geschlafen). Und die dritte Möglichkeit ist, seinen Kopf gegen die Rückenlehne des Vordermannes zu lehnen (Bild links). Auf die Art machen es die Malawier am häufigsten und normalerweise hat man nicht die Hände zwischen Kopf und lehne, sondern die liegen gemütlich im Schoss. Ach ja, wenn man sein Gepäck auf dem Schoss hat, kann man auch das wunderbar als Kissen benutzen.
Beim Schlafen bekommt man zwar verständlicherweise nicht viel von der schönen Landschaft mit, aber dafür kommen einem auch die Busfahrten nicht so lange vor. Im Stehen kann man übrigens auch im Bus ganz gut schlafen, aber da ich immer recht früh bin, bekomme ich ja häufig einen Sitzplatz, wie auch am Donnerstag.
Nach einer knapp zweistündigen Fahrt hatte ich dann das Busdepot in Lilongwe erreicht. Von da aus habe ich mich dann zu Fuß auf den Weg zum Einkaufen und dann ins Mabuya Camp gemacht. Blöderweise vergesse ich immer, wie lang der Weg tatsächlich ist und komme dann vollkommen fertig an. Am Nachmittag habe ich dann endlich mein Weihnachtspaket bekommen. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Beteiligten noch mal ganz herzlich dafür bedanken: DANKE. Abends stand dann die große Sylversterparty an. Ich habe gemütlich im Camp gefeiert. Sylvester wird hier eigentlich nicht anders als in Deutschland gefeiert, nur dass es weniger Feuerwerk gibt. Und im Gegensatz zum Norden Deutschlands gibt es hier auch kein Rummelpott.
Nach einer viel zu kurzen Nacht bin habe ich mich dann heute Morgen wieder auf den Rückweg gemacht. Zum Glück wurde ich zum Busdepot gefahren, denn auch wenn ich alles aus meinem Paket gut umgepackt und auf zwei Rucksäcke und einer Tasche verteilt habe, wäre es doch eine ziemliche Schlepperei geworden. Außerdem konnte ich so noch mit einem Freund ein äußerst leckeres Cheese Club Sandwich essen und mich dann von ihm verabschieden. Ich konnte mich dann auch gleich in einen Bus setzen und bin dann ein paar Stunden später hier in Kasungu angekommen. Zurück zum TTC habe ich mir dann ein Kabaza gegönnt. Leider dürfen die nicht mehr in der Stadt fahren, nur noch außerhalb. Warum die Polizei das so will, muss ich noch heraus finden.

Ja, das war mein Silvester-Lilongwe-Trip!
Und jetzt wünsche ich allen nochmal ein frohes neues Jahr, auf das alle Wünsche in Erfüllung gehen und ihr glücklich und zufrieden bis an euer Lebensende leben könnt *gg* !!!