Freitag, 3. Juli 2009

Zeugen Jehovas

Heute habe ich wieder eine Bestätigung für eine Kündigung bekommen, somit ist fast alles geregelt. Nur die Versatel lässt noch auf sich warten. Aber das hat ja auch noch Zeit.

Ich war heute in der Stadt und habe mir Karteikarten gekauft um jetzt effektiv Chichewa zu lernen. Und ich kann mir tatsächlich schon ein Wort merken. Aber ich habe ja Zeit um mir noch ein paar Sachen beizubringen.

Sehr gefreut hat mich heute, dass die Zeugen Jehovas mal wieder an mich gedacht haben und ich eine Einladung zu einem Vortrag bekommen habe. Mit der Einladung kann ich auch das Buch „Was lehrt die Bibel wirklich?“ bestellen und zwar in wohl jeder Sprache. Unter dem Ankreuzfeld ist nämlich eine Linie, auf der ich eintragen kann in welcher Sprache ich das gute Buch haben möchte. Vielleicht sollte ich mal versuchen, ob es das auch auf Chichewa gibt. Dann kann ich damit die Sprache lernen. Vielleicht bestell ich mir auch nen Zeugen her, der mir kostenlos die Bibel näherbringt. Das geht mit dem Zettelchen nämlich auch. Aber das mach ich nur, wenn mir total langweilig wird *ggg*. Noch sterbe ich nicht vor Langeweile.
Für alle Interessierten, der Kongress findet vom 9. Bis 12. Juli in fünf Städten gleichzeitig statt und zwar in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg und München. Leider bin ich erst ab dem 18. Juli in Berlin, also muss ich dem Kongress leider fern bleiben. Auch schreckt mich das Motto „Wacht beständig!“ ein wenig ab. Klingt ein wenig Big Brother-like. Außerdem gefällt mir der Themenbereich „Im Bewusstsein des nahen Endes leben“ nicht ganz so gut. Eigentlich wollte ich ja heil wieder aus Afrika zurück kommen.
Ich glaub, die Zeugen Jehovas sind nicht das richtige für mich, auch wenn mich gerade der Kongress in Berlin sehr interessieren würde, denn da kann man den Vorträgen nicht nur auf Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch lauschen, sonder der wird auch in Russischer Gebärdensprache vorgetragen. Das hätte ich mir gerne angesehen. Deutsche oder Englische Gebärdensprache wird leider bei keinem der Kongresse angeboten.
Also bleibt mir nur noch eins zu sagen: „Ndapita!“

Donnerstag, 2. Juli 2009

Es geht immer einen Schritt weiter.

Nachdem ich gestern von meinem ehemaligen Arbeitgeber endlichen den Fragebogen für das Arbeitsamt bekommen habe, musste ich nur noch auf meine Lohnsteuerkarte und die Lohnabrechnung warten. Immerhin sollte ich den Kram heute bei Arbeitsamt abgeben.
Erstmal bin ich aber zu meiner Mutter nach Hause gefahren um ihr eine Kopie meines Gesellenbriefes, der zur Zeit sehr begehrt ist, vorbei zu bringen. Außerdem konnte ich so auch noch einen Nachtschrank für meinen Bruder loswerden. Und ich musste sowieso mein Auto umparken, da ich gestern keinen Dauerparkplatz gefunden habe.
Als ich wieder zuhause angekommen war, hatte ich tatsächlich auch meine Lohnsteuerkarte im Briefkasten. Auch die Lohnabrechnung habe ich bekommen.
Danach habe ich schnell meine Impfstoffe aus dem Kühlschrank in eine Kühltasche umgelagert, meinen Impfpass geschnappt und mich auf dem Weg zum Arzt gemacht. Eigentlich war nur noch ein Patient vor mir dran, ich saß aber trotzdem fast eine ganze Stunde und hab auf meine Spritze gewartet. Heute habe ich mich gegen Meningokokken impfen lassen, auch wenn ich immer noch nicht weiß, was das eigentlich ist. Wollte ich schon nachgucken, hab es aber wieder vergessen.
Nachdem ich wieder zuhause war, habe ich erst einmal etwas gegessen um mit neuer Kraft zum Arbeitsamt zu gehen. Heute habe ich meinen Antrag auf Arbeitslosengeld abgegeben. Und ich werde tatsächlich Geld bekommen. Für den Juni bekomme ich etwa 60 Euro. Für Juli und August jeweils um die 200 Euro. Juhuu, ich werde reich ! Eventuell wird mir vom Juli-Geld noch etwas abgezogen, weil ich in der Seminarwoche nicht zur Verfügung stehen kann. Arbeit werde ich in den zwei Monaten wohl auch nicht bekommen. Was mir heute wieder aufgefallen ist, dass es tatsächlich freundliche Beamten gibt. Wie schon das letzte Mal, wurde ich äußerst nett behandelt im Arbeitsamt. Außerdem macht es immer ziemlich Eindruck, dass ich für ein Jahr nach Afrika in die Entwicklungshilfe gehen werde.

Um mich in Afrika mit den Menschen auch gut verständigen zu können, habe ich heute angefangen einen Sprechführer für Chichewa, die malawische Verkehrssprache, zu lesen und hoffentlich etwas daraus zu lernen. Aber ich habe festgestellt, nach den ersten paar Kapiteln, dass die Sprache so ganz anders als meine bisherigen Sprachen ist. Nicht nur die Worte ähneln in keinster Weise den mir bekannten, auch der Satzbau und die Wortbildung sind mit vollkommen fremd. Jetzt muss ich mir erst einmal überlegen, wie ich mir am einfachsten die Grundlagen beibringen kann. Jetzt habe ich endlich eine sinnvolle Aufgabe um die Arbeitslosigkeit unbeschadet zu überstehen.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Vor meinem Fenster

In der Nacht von gestern auf heute bin ich von lautem Geschrei vor meinem Fenster wach geworden. Drei angetrunkene Zeitgenossen haben es sich gemütlich im Park vom Krankenhaus gemacht. Heute ist der erste des Monats, das heißt, es gab mal wieder Geld. Das Geld wurde dann auch gleich in Korn umgesetzt. Es macht auch nichts, dass Gerhard aus seiner Wohnung muss. Er jammert zwar deshalb die ganze Zeit rum, hat aber noch keine Kiste gepackt. Eigentlich wollte ich mich ja dazu setzen, jetzt wo ich auch zu den Arbeitslosen gehöre. Aber ich hatte gestern mein letztes Gehalt noch nicht auf dem Konto. Also kein Geld für Bier und Korn übrig. Außerdem waren die drei mir ein bisschen zu aggressiv. Nach dem Spruch „ Halt die Klappe, sonst hau ich dir n Becher in die Fresse“ hab ich lieber das Fenster geschlossen und meine „Propellerinsel" von Jules Verne ein wenig lauter gedreht.

Jetzt sitzen die drei schon wieder im Garten, sind aber noch etwas ruhiger als gestern. Dann werde ich wohl heute nicht bei offenem Fenster schlafen.

Vorhin habe ich Wiebke besucht um die Fotos vom letzten Fotoshooting abzuholen, weil das per Mail bei uns nicht so wirklich klappt. Die Ergebnisse können sich mal wieder sehen lassen. Und es gibt ausnahmsweise mal auch eines, bei dem ich nicht ernst gucke.

Dienstag, 30. Juni 2009

Impfungen

Heute war ich auch schon wieder fleißig. Ich hab mal wieder meine Ärztin besucht und ihr einen Haufen Papierkram übergeben. Jetzt habe ich schon einen Termin für meine Komplettuntersuchung und für den Tropentauglichkeitstest. Außerdem konnte ich alles wegen den Impfungen regeln. Hätte mich ja auch gerne schon wieder impfen lassen, aber leider hatten die in der Apotheke die Impfstoffe nicht vorrätig. Also hol ich sie heute Nachmittag ab und werde mich dann wohl am Donnerstag mal wieder pieksen lassen. Und so wie es aussieht überneimmt meine Krankenkasse fast alle Impfungen. Und die paar Tropen-/ Malawispezifischen-Impfungen, die dann noch fehlen, übernimmt meine Organisation für Afrika, genauso wie die Kosten für die Untersuchung.
Jetzt muss ich erstmal wieder Mittagspause machen, ich bekomm nämlich langsam Hunger.

Montag, 29. Juni 2009

Kündigungen

Heute habe ich alle mir in den Sinn gekommenen Verträge gekündigt. Um Porto zu sparen und weil ich ja genug Zeit habe, wollte ich die dann persönlich zu Fuß überall vorbei bringen. Da ich gestern früh im Bett war, bin ich heute auch dementsprechend früh aufgestanden. Ich hab nicht daran gedacht, dass die Läden alle um die Zeit noch gar nicht auf haben. Also habe ich die Kündigungen doch in den Briefkasten geschmissen, nachdem ich mir Briefmarken besorgt hatte.
Außerdem habe ich meine ersten Unterlagen beim Arbeitsamt abgegeben. Später habe ich noch einen arbeitslosen Tischler-Junggesellen in der Stadt getroffen, der auch grad vom Arbeitsamt kam, und nichts zu tun hatte. Er hatte wiederum noch mehr Leute aus unserer ehemaligen Klasse beim Arbeitsamt getroffen.
Die restliche Zeit habe ich damit verbracht, Wäsche zu waschen und endlich meine P.M. durchzulesen und auch mein Buch "Schneetage" weiter zu lesen.

Sonntag, 28. Juni 2009

Arbeitslos und Spaß dabei!

Gestern Abend hatte ich mich eigentlich schon damit abgefunden, einen gemütlichen Abend zuhause zu verbringen, als mir kurz vor Mitternacht eine SMS ins haus geflattert ist mit einer Einladung zum Stadt unsicher machen. Das habe ich dann auch gemacht. So kurz vor neun bin ich dann wieder nach Hause gekommen. Danke, Sebastian, war ein toller Abend. Aber ich glaub, in die Great Bar werde ich nicht so schnell wieder gehen.
Nach einer viel zu kurzen Nacht und mit noch ein wenig Alkohol im Blut habe ich mich dann heute in Richtung Deutsches Haus aufgemacht um mir im Kinderkino "Die drei ??? - Das verfluchte Schloss" anzugucken. Der Film war echt lustig. Nur nervig war so kleines blödes Kind, dass gegen Ende des Film, als es äußerst dramatisch wurde, die ganze Zeit rumgeschriehen hat. Außerdem ist Kino kein Kasperletheater, bei dem man mitmachen kann. Ich will Ruhe im Kino !
Und jetzt will ich Ruhe in der Wochnung und den versäumten Schlaf nachholen.