Donnerstag, 6. Mai 2010

Special Needs - mein Tag in der Demo

Mein Tag in der Demonstration School

Am Mittwoch sind Lilli und ich mal wieder früh aufgestanden um pünktlich zur Assambly in der Demonstration School zu sein. Assambly bedeutet, dass die ganzen Kinder vor der Schule stehen, schön nach Klassen geordnet und Mädchen und Jungen in getrennten Reihen. Dann werden meistens ein paar Ankündigungen gemacht. Oder manchmal auch ein paar mehr. Mit ein paar Energizern wird das Ganze aufgelockert. Und dann heißt es zum Schluss „Stand ready für the national Anthem!“.

Nach:

Mlungu dalitsani Malawi,
Mumsunge m‘mtendere.
Gonjetsani adani onse,
Njala, nthenda, nsanje.
Lunzitsani mitima yathu,
Kuti tisaope.
Mdalitse Mtsogo leri nafe,
Ndi Mai Malawi.

oder wahlweise auch auf Englisch:


O God bless our land of Malawi,
Keep it a land of peace.
Put down each and every enemy,
Hunger, disease, envy.
Join together all our hearts as one,
That we be free from fear.
Bless our leader,
each and every one,
And Mother Malawi.

heißt es “Tiyeni!” und die Schüler verschwinden nacheinander in den Klassen. Dann treffen sich die Lehrer nochmal um zu gucken, ob noch irgendetwas ohne die Schüler besprochen werden muss. Wir sind danach dann in den Klassenraum der Special Needs Klasse gegangen. Leider ist der dazugehörige Lehrer am Dienstag nicht aufgetaucht, Pepani. Tja und so habe ich eine erste richtige Unterrichtsstunde in der Klasse dann mit Lilli zusammen ohne Lehrer absolviert.

Wir sind mit den ganzen Kleinen erst einmal nach Draußen auf den Sportplatz gegangen. Dort haben wir ein paar Bewegungsübungen gemacht. Leider verstehen die Kinder kaum bis gar kein Englisch und wir können nach wie vor nicht besonders viel Chichewa. Trotzdem haben die meisten Übungen ganz gut funktioniert. Nach einiger Zeit ist ein Lehrer für Taubstumme zu uns gestoßen. Eigentlich hätte er mit einigen Schülern Unterricht machen sollen, doch wir konnten ihm nicht genau sagen, welche es sein sollten. Zum Schluss haben wir noch eine Unterrichtseinheit über Bodyparts gemacht, bevor die Kinder nach Hause geschickt worden sind. Mit einigen Kindern ist das Arbeit ziemlich schwer, da ihr Behinderungen stark ausgeprägt sind.

Heute war ich dann das zweite Mal aktiv beim Unterricht dabei. Da die Kinder gestern immer hochgehoben werden wollten, war und ist meine Bewegungsfreiheit gerade ein Wenig eingeschränkt. Ich habe ja soooo dollen Muskelkater im Rücken. Aber das wird schon wieder.

Und hier noch ein Foto vom Klassenraum:

Fotos

Ähm, da mein Eintrag für die letzten Tage noch nicht so weit vorangeschritten ist, gibt es erst einmal ein paar neue Fotos.

Ein paar Stände auf dem Markt:

Lilli und ich am Busdepot:

Montag, 3. Mai 2010

Cape Maclear



Nachtrag zu Cape Maclear. Ich unter Wasser mit wilden Tieren.

das Foto zum Schnitt

Mittlerweile ist alles schon wieder gut verheilt, man sieht nur noch ein etwas längere Narbe.

ich bin wieder da

Da sich mal wieder jemand über meine Schreibfaulheit beschwert hat, fühle ich mich gezwungen, etwas zu schreiben.
Eigentlich war auch gar nicht meinen Schreibfaulheit an allem Schuld, sondern dass ich gar keine Möglichkeit hatte, etwas zu schreiben oder ins Internet zu gehen.
Am letzten Samstag haben wir uns auf den Weg nach Chipunga zu Kathi und Jona gemacht. Wir waren zu Kathis Geburtstag eingeladen worden und wollten deshalb ein paar Geschenke überreichen. Die Hinfahrt verlief auch ohne Probleme und so hatten wir einen lustigen Nachmittag und Abend im netten Freiwilligenhäuschen in kleiner Freiergruppe. Eigentlich sollte es am Sonntag wieder zurück nach Kasungu gehen, doch wegen des noch fallenden Regen in der Gegend, haben wir die Abreise auf den nächsten Morgen verschoben. Wir sind dann auch vor sechs Uhr aufgestanden, weil der Taxifahrer um halb sieben kommen sollte. Als wir ihn um sieben Uhr angerufen haben, war immerhin schon „on the way“. Gegen neun Uhr stand er dann vor unserer Tür, leider ohne sein Auto. Das steckte angeblich „not far“ im Matsch. Wir haben dann unser Gepäck geschultert und sind eine Dreiviertelstunde zu Fuß durch den Schlamm gewatet. Nur durch Zufall ist wohl keiner hingefallen, denn gerutscht sind wir ganz schön. Leider war das Auto nicht so weit aus dem Schlamm zu bewegen, dass wir damit nach Mzuzu hätten fahren können. Nach erfolglosen vier Stunden standen wir dann wieder vorm Haus bei Jona und Kathi. Nachdem uns Jona ein Bisschen ausgelacht hatte, wurden wir freundlich aufgenommen und haben erst einmal etwas zu essen bekommen. Wir waren total durchgeweicht und ausgekühlt, weil es fast die ganze Zeit geregnet hat und wir fast die ganze Zeit neben dem Auto standen, als es im Schlamm rumgewühlt hat. Nachdem wir unsere nassen Klamotten ausgezogen hatten, haben wir uns in unsere Schlafsäcke gekuschelt und versucht nicht zu erfrieren. In Chipunga ist es echt richtig kalt. Da wir nun den letzten Bus nach Kasungu nicht mehr erreichen konnten, haben wir noch eine Nacht außer Haus verbracht.
Am Dienstag haben wir dann einen neuen Versuch gewagt. Wir haben unsere klammen Sachen, die leider bei den dortigen Wetterverhältnissen nicht getrocknet sind, wieder angezogen und unser Gepäck geschultert. Unter Kathis Führung haben wir einen 1 ½ stündigen Fußmarsch zum nächsten Dorf zurückgelegt. Der Weg, der meistens eher ein Trampelpfad war, ging hauptsächlich Berg auf und wir hatten teilweise ganz schön zu kämpfen. Zum Glück kam nach einer Stunde Wartezeit ein Pendeltaxi, das uns dann nach Mzuzu gefahren hat. Auf dem Weg wären wir ein Mal fast in einen Fluss gerutscht, doch der Taxifahrer konnte das Schlimmste verhindern. Von Mzuzu konnten wir dann endlich mit dem Bus nach Kasungu fahren.
Nachmittags haben wir Besuch von einem Mitarbeiter unserer Organisation bekommen, der bis Donnerstag geblieben ist. Wir wurden von ihm zum Thema Gesundheit befragt und er hat sich unsere Einsatzplätze angeguckt.
Am Donnerstag sind Lilli und ich dann nach Lilongwe gefahren um verschiedenes Material für die Demonstration School und das Collage zu kaufen. Die Fahrt war ein Bisschen abenteuerlich. Wir sind an zwei verunfallten Transporten vorbei gekommen. Der eine war komplett ausgebrannt und der zweite hatte ein total verbeultes Führerhaus. Dann haben wir noch zwei Hundeleichen gesehen, die von Auto überfahren worden sind. Und zum Schluss wäre uns fast noch ein bierkistengroßes Metallteil auf die Motorhaube geknallt. Nur durch die schnelle Reaktion unseres Fahrers wurde Schlimmeres verhindert. Weil wir relativ spät angekommen sind, haben wir nur noch unsere Sachen ausgepackt uns ein Bisschen eingerichtet und sind ins Bett gefallen.
Am Freitag sind wir dann früh aufgestanden und haben uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Da wir ja relativ viel Zeit hatten, haben wir fast jeden interessanten Shop abgeklappert. Unsere Liste haben wir dann nach anfänglichen Schwierigkeiten ganz gut abgearbeitet. Nachmittags waren wir dann ziemlich erschöpft wieder in unserem wochenendlichen Quartier angekommen.
Den Samstag (1. Mai 2010) haben wir dann hauptsächlich für private Einkäufe genutzt und sind dann nach einem Frühstück und nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, in einen Bus nach Kasungu gestiegen. Nach einer ziemlich unspektakulären Fahrt sind wir dann nach knapp zwei Stunden am Busdepot angekommen, wo wir von Peter in Empfang genommen worden sind. Da haben wir noch auf unseren Wochenendgast Bianca gewartet, die einen weniger schnellen Bus genommen hatte. Zu viert haben wir uns dann mit Kabazas auf den Weg zum TTC gemacht, wo wir dann kurz vorm Dunkelwerden, nach einem Zwischenstopp bei Peter, abgekommen sind.
Sonntag waren wir dann ein Bisschen auf dem Markt und haben Bianca Kasungu gezeigt. Und den Rest des Wochenendes wollen wir zum Entspannen nutzen. Und außerdem muss ich noch ganz viel Wäsche waschen.