Samstag, 21. August 2010

nach Lilongwe

Hallo,
ich werde jetzt nicht besonders viel schreiben, sondern nur kurz von den letzten Tagen erzählen.
Von Dienstag bis Donnerstag habe ich meine restlichen Sachen gepackt und mich von allen. die da waren, am College verabschiedet. Es ist schade gehen zu müssen, aber auch schön so viele neue netten Menschen kennenlernen zu dürfen.
Am Donnerstag mittag bin ich dann abgeholt worden und nach Lilongwe gefahren. Hier im Weltwärtshaus ist großer Betrieb. Nicht nur wir alten Hasen, die sich bald von Malawi verabschieden müssen, tummeln sich hier, sondern auch schon neun neue Freiwillige. Aus diesem Grund ist eigentlich immer etwas los. Gestern gab es mal wieder eine PO-Party und wir haben uns wieder ein Bisschen wie am Anfang gefühlt.
Bis Montag bin ich jetzt noch in Lilongwe und so richtig wirklich ist die bevorstehnde Heimreise noch nicht.

Dienstag, 17. August 2010

Fotos 3

farewell:
in der TTC Kueche, mit den kleinen Toepfen und dem cocking stick:
mit meinem Supervisor:
beim Geschenke bekommen:



Fotos 2

Farewell in der Hall, noch ohne Menschens:
Werkstatt kurz vor ende des kompletten aufraeumen:
noch ein Bisschen vorher:
Die ordentlichen Wekzeugkisten:





Fotos 1


So, hier ein paar neue Fotos zu den alten Posts. Ungeordnet, aber beschriftet. Muesst ihr selbst zuordnen *gg*.
Livingstonia Mission:
Kochen in Chitipa (der grosse Nsima-Topf):
Die Grabsteine in Chitipa:
Unser Garten:

Montag, 16. August 2010

Unverstaendliches

-- ohne Kommentar --


In einem fremden Land, in einer fremden Kultur, begegnen einem viele neue Sachen. Nicht alles versteht man auf Anhieb und mancher Sinn hinter einer Handlung bleibt einem für immer unergründlich.

So trug es sich zu, dass zwei kleine deutsche Freiwillige auf den Weg in die Stadt gemacht haben um Produkte für das tägliche Leben zu kaufen. Dabei kamen sie in der nahe gelegenen Stadt an vielen verschieden Läden vorbei. Mal gingen sie in den einen, mal in den anderen. Doch nicht nur Geschäft mit Artikeln für den Täglichen Gebrauch zogen an ihnen vorbei, nein auch andere Etablissements. Vor einem Geldinstitut wurde ihre Neugier von einem Einheimischen erweckt. Dieser war damit beschäftigt, Wasser mit einem dafür vorgesehenen Schlauch auf der Straße zu verteilen. Die kleinen Freiwilligen beobachteten die Person interessiert und konnten es sich nicht verkneifen, zu fragen, was hier vor sich gehe und welcher Sinn hinter dieser Tätigkeit stecke. Die Antwort war einfach: „Fumbi!“. Leider reichten die Sprachkenntnisse der Fragensteller nicht aus, um diese Antwort zu verstehen, also sind sie weiter ihres Weges gegangen. Im nächsten Geschäft haben sie einen Mitarbeiter nach der Bedeutung gefragt und herausgefunden, dass es sich um Staub handelt.

Also versucht ein Banangestellter den Staub vor der Bank wegzuwaschen bzw. zu befeuchten, damit a) nicht so viel Staub in die Bank getragen wird oder

b) die Bankbesucher nicht so staubig werden, wenn sie aus dem Auto steigen?

Und das passiert in einer Stadt, die dafür berüchtigt ist, dass sie oft unter Wassermangel leidet. Ich muss nicht erwähnen, dass wir gerade an dem Tag kein Wasser hatten und es am nächsten Tag erst gegen Nachmittag wieder gekommen ist. Also, warum muss dann auch noch Wasser verschwendet werden?

packen

So, und da ich jetzt noch Zeit habe, schreib ich noch ein paar Zeilen fuer euch. Und vielleicht hab ich auch noch ein Foto...
Also, das ist der Motor von unserem tollen Minibus nach Chinteche:


Seit Freitag abend bin ich wieder zuhause hier in Kasungu. Und ich habe jetzt auch endlich angefangen zu packen. Leider kann ich ja nur 20 kg plus Handgepaeck nehmen. Anfangs habe ich nur ein paar Klamotten eingepackt und bin auf 6 Kilo gekommen. Nur leider habe ich ja nicht nur Kleidung, die wieder mit nach Deutschland soll, sondern auch ein paar Geschenke. Und dann muss ich am Mittwoch auch noch einiges von unseren Schneiderinnen abholen. Ja, es wird langsam eng. Aber irgendwie wird es schon klappen...

Zum Glueck koennen wir noch einigen Leuten unserer Organisation Paecken mitgeben, die sie dann in Deutschland abschicken und wir nur das deutsche Porto bezahlen muessen.
Aber wie gesagt, laeuft schon irgendwie ...

Chitipa

Endlich haben wir es auch geschafft, nach Chitipa zu fahren, nachdem die ersten zwei Versuche gescheitert sind. Am Montag wurden Lilli und ich von einem Auto eines mit Mr. L. befreundeten fathers abgeholt. Die drei Kinder meines Supervisors saßen schon im Auto. Wir haben dann noch ein paar Mitfahrer eingesammelt, damit wir ein Bisschen Benzingeld durch Mitfahrer verdienen konnten. Und dann ging die Fahrt richtig los. Lilli und ich saßen mit den meisten anderen hinten im geschlossenen Pickup. In Karonga haben wir Peter aufgesammelt. Nachdem wir ihn erst vergeblich im dortigen College gesucht haben, ist er in der Stadt zu uns gestoßen. Leider ist der größte Teil der Straße von Karonga nach Chtipia nur dirt road, was die Fahrt ziemlich unbequem gemacht hat. Zwischendurch haben wir einmal angehalten, um einen Blick auf den Malawisee zu werfen, der im Norden sehr dicht an der Straße liegt. Und nach 12 Stunden und circa 15 Minuten sind wir tatsächlich an unserem Ziel, dem Haus der Familie meines Supervisors, angekommen. Es war schon dunkel und eigentlich wollten alle nur noch schlafen.

Natürlich haben wir dann erst einmal alle anwesenden Familienmitglieder begrüßt und uns kurz mit ihnen unterhalten. Dann gab es auch noch Essen. Danach konnten wir uns endlich schlafen legen. Natürlich haben wir nach Geschlechtern getrennt unsere Nachtruhe gefunden. Peter hat mit meinem Supervisor und dem Fahrer im Wohnzimmer auf Matratzen geschlafen. Lilli und ich haben uns eine Matratze in einem Zimmer, in dem sich die größte Tochter des Familienoberhaupts mit der Tochter meines Supervisors da Bett geteilt hat, geteilt. Es war leider nicht besonders warm und ich konnte nicht besonders gut schlafen, aber am nächsten Morgen war relativ gut ausgeruht und wieder früh wach.

Mir wurde dann die nähere Umgebung gezeigt und ich habe tatsächlich eine andere Weiße kennengelernt. Sie wohnt und arbeitet für zwei Jahre als Peace Corps Freiwillige in dem kleinen Dorf bei Chitipa. Es ist bestimmt nicht einfach, so weit entfernt von einer größeren Gemeinde zu leben, zumal es auch keinen Strom und fließend Wasser gibt. Auch benötigt man mit einem Pickup knapp 2 ½ Stunden um von Chitipa nach Karonga, der nächst größeren Stadt, zu kommen. Später habe ich noch die Schule und den Markt gesehen. Den Rest des Tages haben wir mit ein paar Familienangehörigen zuhause verbracht.

Am Mittwoch hat Peter uns dann schon wieder verlassen, weil er nochmal in den Süden fahren wollte. Lilli und ich haben dann an einer Grabsteinbau-Zeremonie teilgenommen. Auch hier waren die Aktivitäten wieder zwischen Frauen und Männern aufgeteilt. Die Männer gaben erst das Grundgerüst des Grabsteines gemauert und dann mit Zement verputzt. Zum Schluss wurde in den noch feuchten Zement der Name und sowohl Geburts-, als auch Sterbedatum geritzt. Da die Verwandten, für die diese Gedenksteine sein sollten, schon vor einiger Zeit gestorben sind, konnte man sich bei dem einen anfangs nicht über das genaue Datum einig werden. Hier spielt Zeit oft nicht so eine große Rolle, oder wird anders gerechnet. Viele ältere Menschen wissen auch ihr Geburtsjahr nicht genau, oder an welchem Tag sie geboren sind. Lilli und ich waren die meiste Zeit bei den Frauen, die dafür zu sorgen hatten, dass die Männer mittags Essen bekommen. Wir konnten auch ein Bisschen helfen. Ich durfte in einem autoradgroßem Kochtopf Nsima kochen. Nachdem ich einige Zeit gerührt hatte, wurde mir die Arbeit aber wieder abgenommen. Die Frauen brauchen hier ziemlich starke Muskeln um große Mengen zu kochen, denn das Nsima umzurühren kann manchmal ziemlich schwer werden. Zum Schluss wurden noch ein paar Reden an den Grabsteinen gehalten und für die Mithilfe gedankt.

Am Donnerstag haben Lilli, mein Supervisor, zwei seiner Kinder, der Fahrer, zwei Boys vom Dorf-Chief und ich uns auf den Weg zurück in den Süden gemacht. Da wir das Auto geliehen habe, um ein paar Sehenswürdigkeiten besuchen zu können, sind wir noch nach Livingstonia gefahren. Leider waren wir recht spät und hatten nicht gedacht, dass der Aufstieg auch mit dem Auto so beschwerlich werden und lange dauern würde. Aber wir haben es schussendlich geschafft, konnten kurz die Aussicht genießen, uns die Livingstonia Mission angucken und mussten dann schnell weiter fahren um noch einigermaßen früh in Rumphi anzukommen. Bei den dortigen Freiwilligen haben wir dann übernachtet, die sich wohl ein Bisschen von uns überfallen gefühlt haben, auch wenn wir angemeldet waren.

Nachdem wir am nächsten Morgen gefrühstückt haben, ging die Reise weiter. Zwei Freiwillige aus Rumphi haben uns bis Mzuzu begleitet. Wir haben dann noch einen kleinen Abstecher nach Chipunga gemacht, wo ich mich von einer Freiwilligen verabschieden konnte, die ich wohl wieder erst in Deutschland sehen werde. Lilli ist dann in dort geblieben um dort noch einen weiteren Tag zu verbringen. Ich habe mich mit den anderen auf den Rückweg gemacht und bin schließlich nachmittags ziemlich K.O. in Kasungu angekommen. So schnell möchte ich keine langen Pickupfahrten über Holperpisten mehr machen. Jetzt freue ich mich darauf, ein paar Tage hier zu verbringen und meine Sachen zu packen, die Werkstatt komplett aufzuräumen und mich von allen zu verabschieden.

Endseminar und closing day der Demo

In der ersten Augustwoche hat unser Endseminar stattgefunden. Nachdem wir im College am Samstag unsere Farewell-Party gefeiert haben, sind wir am Sonntag aufgebrochen um rechtzeitig am See anzukommen. Der Montag war als Anreisetag gedacht, aber da wir noch einen Tag am See ausruhen wollten, sind wir schon am Sonntag nach Chinteche gefahren. Der Anfang der Reise ging unerwartet zügig und problemlos vor sich. Wir haben in Kasungu gleich einen Lift bekommen. Doch irgendwann hat uns das Glück verlassen. Wir haben einen Minibus bestiegen, der leider nicht besonders gut voran kam. Die Kühlung schien große Probleme zu haben, so kam es, dass ein Mal sogar dampfendes Kühlwasser durch den Bus spritze. Zum Glück ist niemandem etwas passiert. Irgendwann kamen wir dann in Malaza an, von wo wir nur noch knapp 45 Minuten zu Fuß zur Lodge laufen mussten. Peter, Lilli und ich haben uns ein Zimmer besorgt und sind dann erst einmal in den See gesprungen. Leider war das Wasser so kalt, dass wir es nicht besonders lange ausgehalte haben, aber immerhin haben wir uns wieder sauberer und frischer gefühlt. Vorm Schlafengehen haben wir dann noch etwas gegessen.

Die nächsten Freiwilligen sind am nächsten Tag gegen Mittag gekommen. Wir haben uns sehr gefreut, alle wieder zu sehen. Das Endseminar war dafür da, nochmal ein paarFragen zu klären und über das Gelernte zu sprechen. Und natürlich, um sich von allen verabschieden zu können. Abends hatten wir die Möglichkeit im Fernsehraum Musik zu hören und zu tanzen. Und wir saßen gemütlich zusammen am Lagerfeuer. Leider mussten beziehungsweise wollten schon einen Tag früher fahren, weil in der Grundschule am Freitag der letzte Schultag war. Zu unserem Bedauern hat sich aber dann zuhause herausgestellt, dass da doch nichts Besonderes passiert. Viele Lehrer hatten Anderes zu tun, deshalb wurde nur vorgelesen, wer die Examen bestanden hat und wer besonders gut bestanden hat. Aber Lilli und ich haben noch die Zeit genutzt, uns von ihren Special Needs Kindern zu verbschieden, Fotos zu machen und kleine Geschenke (Gummibärchen und Flummies) zu verteilen.

...und tschuess

So, ich bin wieder da und habe es auch tatsaechlich in den Computerraum geschafft, wenn jetzt noch das Internet und der Computer mitspielen bekommt ihr schoene neue Blogeintraege. Auf die Fotos muesst ihr aber noch ein Bisschen warten, pepani...

Nachdem die Farewellparty das erste Mal aus verschiedenen Gründen verschoben werden musste, konnte sie am neuen Termin tatsächlich stattfinden. Schon am Tag vorher liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es wurde gekocht, gebacken und geplant.

Am großen Tag mussten dann noch die letzten Vorbereitungen getroffen werden, die durch eine Hochzeit, die am selben Tag in der Hall stattgefunden hat, ein Bisschen verzögert worden sind. So war es auch nicht verwunderlich, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Am eigentlichen Beginn der Feier wurden noch die Tische gedeckt, die Hall dekoriert und dass Essen vorbereitet. Lilli hat schon am Tag vorher mitgeholfen, an dem ich durch andere Arbeiten verhindert war. Ich sollte mir noch ein paar kaputte labortische angucken und so weit es ging, schon reparieren. Aber da ich dann am Feiertag pünktlich erschienen bin, konnte ich dann auch noch ein Wenig helfen.

Mit circa 2 ½ Stunden Verspätung konnten dann die Festivitäten beginnen. Natürlich wurden am Anfang wieder alle begrüßt. Außer uns drei deutschen Freiwilligen, sollte noch zwei norwegische Freiwillige, ein deutscher Entwicklungshelfer und sieben Lecturer des Colleges verabschiedet werden.

Später wurden Reden gehalten und dann gab es natürlich noch die Presentation of Gifts. Wir europäischen das College Verlassenden haben natürlich auch etwas besorgt. Dank unseres Entwicklungshelfers konnten wir eine Uhr mit dem neuen College Logo und einer Kachel mit Logo, unseren Landesflaggen und unseren Namen überreichen. Wir deutschen haben dann auch noch Streuselkuchen und Amerikaner backen lassen und ausgeteilt und ganz viel Werbung für die Bäckerei gemacht, in der Peter hier arbeitet. Die Malawier lieben süße Sachen und habe sich riesig über Peters Backkünste gefreut.

Wir haben natürlich auch Abschiedsgeschenke bekommen. Endlich haben wir die ersehnte Tasse mit dem neuen Logo des Colleges bekommen und noch einen schönen Malawi-Chintenje.

Als alle glücklich wieder auf ihren Plätzen saßen, wurde gegessen. Es gab Reis, Soße und das Fleisch von der Ziege des Entwicklungshelfers, die leider nicht mit nach Deutschland kann. Obwohl der Sohn anfangs kaum erwarten konnte, dass das Tier geschlachtet wird, war er jetzt doch ein Wenig traurig, vor allem als Papa noch mal nachgefragt hat.

Nachdem alle satt waren, wurde nur noch getanzt. Bis 2 Uhr konnten wir das Tanzbein schwingen. Die Atmosphäre war ziemlich gut und nachdem natürlich der Principal mit seiner Frau die Tanzfläche eröffnet hatte, wurde sie von vielen gestürmt. Es war schön, sich so von vielen verabschieden zu können. Und mir ist ziemlich klar geworden, dass ich bald wieder in Deutschland bin.