Ja, nun bin ich schon einen ganzen Monat in Deutschland. Und ich muss sagen, es gefällt mir schon hier. Ich mag den Flensburger Hafen und auch die Innenstadt.
Da ich aber ja keinen Job mehr habe, musste ich mal wieder nach der Anmeldung im Bürgerbüro (ich hatte mich ja vor meiner Ausreise abgemeldet) auch beim Arbeitsamt wieder blicken lassen. Und ab da bin ich aus dem Papier-Dschungel nicht mehr hinausgekommen.
Aber erst einmal der Reihe nach. Frohen Mutes betrat ich eines Tages das Arbeitsamt, stand in der falschen Reihe an, wurde falsch weiter geschickt und war nach circa einer halben Stunde wieder vorne bei der Anmeldung. Hab mich dann auf der richtigen Seite angestellt, bin zur richtigen Stelle weiter geschickt worden und habe mit einer netten Dame sprechen dürfen. Dort habe ich mal wieder einen Haufen Zettel bekommen und einen Termin für ein Beratungsgespräch.
Zuhause habe ich mir alles durchgelesen, die Fragebögen ausgefüllt, meine Unterlagen zusammen gesucht und eine Lohnsteuerkarte beim Bürgerbüro beantragt. Da ich wusste, dass die beantragte Karte innerhalb von zwei Tagen bei mir sein müsste (war bei den letzten drei Lohnsteuerkarten auch schon immer so), habe ich mir schon mal einen Termin beim Arbeitsamt besorgt um den ganzen Kram abgeben zu können. Eigentlich machen die das da ja so nicht, aber da ich mir ja so sicher war, alles zu dem Termin zu haben, wurde mal eine Ausnahme gemacht. Die Lohnsteuerkarte hatte eine Woche Zeit um pünktlich zu kommen und … haha, sie kam natürlich nicht. Also habe ich mehrfach das Bürgerbüro mit Telefonaten belästigt, aber dort war sie auch nicht aufzufinden. Und das Ende der Geschichte war, dass ICH für 5 €uro eine neue Karte kaufen musste. Danke, liebe Post, liebes Bürgerbüro oder wer auch immer.
Naja, aber ansonsten liefen die Termine beim Arbeitsamt eher unspektakulär ab. Ich saß lange rum, mal vorm und mal im Büro, habe mich mit netten Menschen unterhalten, einen Haufen Zettel bekommen und einen Haufen Zettel abgegeben. Als ich dann nach dem letzten Gespräch mit zwei Job(bewerbungs-)vorschlägen und einem weiteren Stapel Informationszetteln entlassen worden bin, hatte ich geglaubt, meinen Ämtermarathon hinter mich gebracht zu haben.
Aber, wen wundert’s, dem war nicht so. Für einige Bewerbungen werden natürlich beglaubigte Kopien benötigt. Ich hatte mal welche, aber ich habe auch schon mal Bewerbungen geschrieben. Also musste ich neue machen lassen. Da meine Zeugnisse und der Gesellenbrief an zwei verschiedenen Stellen ausgestellt worden sind, hatte ich mich dazu entschlossen, die Kopien im Bürgerbüro machen zu lassen, damit ich mir Hin-und-her-gerenne sparen konnte. Und damit alles noch schneller geht, hatte ich auch die Kopien schon vorher machen lassen. Nach nur zehn Minuten Wartezeit konnte ich mein Anliegen auch schon bei einer netten Frau vortragen. Aber ich hatte nicht gedacht, dass ich erst eine Bank hätte überfallen müssen, um die Kopien bezahlen zu können, denn „Die ersten drei Kopien kosten jeweils 3€uro, jede weitere „nur“ noch 1,50€.“. Ähm, ich glaube, in dem Moment habe ich ganz schnell den Gedanken, an ein paar Kopien auf Vorrat, begraben. Tja, aber was sein muss, muss sein. Und so bin ich mal wieder 15€uro beim Bürgerbüro losgeworden. Und meine schon vorher hergestellten Kopien waren auch umsonst, denn, „Wir nehmen keine DinA3 Formaten und machen unsere Kopien sowieso selbst, kostet auch das Gleiche!“.
Vielen Dank auch und schönen Tag noch!