Donnerstag, 23. Dezember 2010

Tarzan

Am Dienstag war es endlich mal wieder so weit. In meinem Terminkalender war ein Musical eingetragen. Am frühen Nachmittag sollte ich von zuhause angeholt werden. Pünktlich stand ich dann an der Straße vor unserem Haus. Leider funktioniert hier der Winterdienst nicht so gut. Normalerweise werden ja Hauptstraßen oft geräumt und Nebenstraßen etwas seltener und erst an zweiter Stelle. Hier in Flensburg hat man aber das Gefühl, dass Hauptstraßen selten und Nebenstraßen gar nicht geräumt werden. So bekam ich auch einen Anruf von meinem Bruder, dass er leider auf Grund der glatten Straße den Berg zu mir mit dem Auto nicht herauf kommen könnte. Naja, dann habe ich eben mit Sack und Pack zu Fuß auf den Weg gemacht und bin meinem Taxi entgegen gegangen. Danach haben wir noch meinen Freund von der Schule abgeholt, bevor es Richtung Hamburg gegangen ist. Sobald wir auf der Autobahn waren, war auch das Fahren kein Problem mehr.

So sind wir ohne Probleme an unserem Zielort angekommen und konnten noch einen Happen zu uns nehmen, bevor es endlich in die Neue Flora ging.

Und wenige Zeit später fing dann auch endlich Tarzan an. Die Geschichte an sich gibt ja nicht übermäßig viel her: Tarzans Eltern stranden nach einem Schiffbruch an der westafrikanischen Küste. Kurze Zeit später sterben sie bei einem Angriff von einem Leopard. Das Affenbaby von Kala und Kerchack kommt auch bei einem Leopardenangriff um, deshalb nimmt Kala das Menschenbaby zu sich und nennt es Tarzan. Naja, Tarzan wächst dann bei den Affen auf, irgendwann kommen Jane und ihr Vater im Zuge einer Expedition dazu. Tarzan und Jane verlieben sich. Jane zieht zu Tarzan.

Wie gesagt, die Geschichte an sich, ist kein großes Highlight, aber es ist schon immer wieder beeindruckend, was alles möglich ist, bei den Bühnenbildern. Ziemlich cool ist auch, dass sogar der Zuschauerraum immer wieder mitbenutzt wird, was aber leider auch manchmal zur Folge hat, dass man sich den Hals verdrehen muss, bzw. einige Sachen nicht richtig mitbekommt. Leider war auch die Musik nicht so eingängig, wie z.B. bei König der Löwen oder Tanz der Vampire. Aber insgesamt war es ein echt schönes Erlebnis. Und wir haben es auch tatsächlich heil wieder nach Hause geschafft.

Nochmal ein großer Dank an alle, die diesen Tag möglich gemacht haben. Und zum Glück war nicht Alexander K. unser Tarzan.

Montag, 13. Dezember 2010

"Von Menschen und Göttern"

Alles was kostenlos ist, muss nicht umsonst sein. Aber was kostenlos ist, wird gerne mitgenommen. So kam es auch, dass ich am letzten Donnerstag mal wieder im Kino war. Meine Mutter hatte zwei Karten für die Preview für den Film „Von Menschen und Göttern“, der 2010 den großen Preis der Jury gewonnen hatte, und seine große Premiere vor dem offiziellen Kinostart nun in Flensburg haben sollte.

Ich mag Kino, also musste meine Mutter mich nicht lange dazu überreden, mir mit ihr den Film anzugucken. Da die Premiere von drei Rotary-Clubs aus Flensburg organisiert worden ist, wurde natürlich erst einmal Werbung in eigener Sache betrieben. Naja, so haben wir dann auch noch etwas über die Arbeit der Clubs erfahren und durften dann auch noch den gaaanz neuen Image-Film von dem Verein Schutzengel angucken. Der Verein hilft nicht nur Familien und Schwangeren bei kleineren und größeren Problemen, sondern gibt ihnen auch einfach nur eine Möglichkeit die Tage gemeinsam zu verbringen und sich über Gott und die Welt auszutauschen.

Nach den Dankesworten und der Eigenwerbung konnte der Film dann nach eine Stunde des Beginns der Veranstaltung tatsächlich auch vorgeführt werden.
Der Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, beginnt ziemlich ruhig und handelt von einem Kloster im algerischen Atlasgebirge in den 1990er Jahren. Die französischen Mönche geraten, als sich die politische Stimmung im Land zunehmend aufheizt, zwischen die Fronten von Terroristen und korrupter Armee. Auf Grund der für sie unerfüllten Mission weigern sie sich das Land zu verlassen, woraufhin sie entführt werden. Die offizielle Version der lautet, dass die Täter die GIA - Groupe Islamique Armé - , gewesen sein soll. Auch soll diese die Mönche ermordet haben. Momentan werden Ermittlungen angestellt, ob nicht vielleicht doch die algerische Armee für den Tod der Mönche verantwortlich ist.
Der Film berücksichtigt die unsichere Lage der historischen Fakten, deshalb wird auch zum Ende des Filmes offen gelassen, was wirklich mit den Mönchen passiert ist und wer für dessen Tod verantwortlich ist.

Der Film wurde wohl nicht wegen seiner großen Effekte oder atemberaubenden Spannung ausgezeichnet, den diese sind im Film nicht zu finden. Das Erzähltempo ist eher, wie soll man sagen, wie ein plätscherndes Bächlein. Es passt aber gut zum bedächtigen Lebensstil der Mönche, deren Höhepunkt ihres rituellen Alltages die klosterinternen Gottesdienste sind. Diese Gottesdienste wirken völlig isoliert von der politischen Realität des Landes. Dieser Film zeigt sehr gut das konfliktreiche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit, das nach wie vor ein aktuelles politisches Thema ist und deshalb finde ich „von Menschen und Göttern“ sehenswert und ich habe mich gefreut, ihn im Kino gesehen zu haben.

Der Film war zwar für mich kostenlos, aber nicht umsonst.

Samstag, 20. November 2010

Nachtrag: Kamuzu Academy Malawi


Hier in Kasungu hat der ehemalige Präsident von Malawi viele Spuren hinterlassen. Nicht nur, dass er hier geboren ist und auch angeblich seine Großeltern hier in der Nähe noch in einem kleinen Dorf leben sollen, nein er hat auch noch ein paar tolle Dinge bauen lassen. Zum einen hat er angeblich den ersten Grundstein dieses Colleges gelegt und auch am Kasungu Mountain steht noch eine bescheidene Hütte von ihm. Und natürlich ist er auch für den Bau der Kamuzu Academy verantwortlich. Das ist ein Secondary-School-Internat für Schüler zwischen elf und 18 Jahren. Sie liegt in der Nähe von Mtunthama, einem ganz kleinen Dorf in der Nähe von Kasungu. Die ländliche Gegend soll den Kindern dabei helfen sich auf ihre Ausbildung zu konzentrieren. Die Gebäude sind englischen Hochschulen nachempfunden und die Bücherei ist ein verkleinertes Abbild irgendeiner tollen Bücherei in England (ich habe den Namen wieder vergessen). Da die Academy bei uns ganz in der Nähe liegt, haben wir ihr mal einen Besuch abgestattet. In Innere der Schulanlage zu kommen ist gar nicht so einfach, aber wir haben es geschafft. Wir wurden dann von einem Guard ein Wenig herumgeführt. Uns wurde voll Stolz erzählt, dass es jeden Tag Fleisch gibt und NIE Nsima. Die Kinder werden streng nach englischem Vorbild erzogen. Nicht umsonst wird die Academy, das Eton Malawis genannt. Wir haben einen kleinen Kulturschock bekommen, als wir dort so durch die Anlage spaziert sind. Durch Zufall haben wir da noch einen Verwandten einer Lehrerin hier am College getroffen.

Mittwoch, 17. November 2010

Nachbereitungsseminar

Ja, ich weiß, ich bin ganz schön spät…

Vor einiger Zeit hatte ich das Nachbereitungsseminar zu meinem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Malawi. Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust meine Heimatstadt zu verlassen und mich auf den Weg in den Harz zu machen, vor allem nicht, als ich meine Bahntickets organisiert hatte. Ich sollte auf der Fahrt viermal umsteigen. Und angeblich würden wir in unbeheizten ehemaligen Pferdeställen unser Seminar haben. Na toll! Aber ich habe mich natürlich trotzdem aufgerafft, meine Sachen gepackt und bin losgezogen. Diesmal sollte es ja nur für eine Woche weggehen.

Natürlich war das Seminar dann doch ganz lustig. Wir haben nochmal einiges über entwicklungspolitische Zusammenhänge gehört und natürlich ganz viel von unseren persönlichen Erfahrungen erzählt. Besonders spannend fand ich, dass wir Freiwilligen ein Jahr in den verschiedensten Ecken der Welt verbracht haben. So waren welche aus meiner LAG (Lern-Arbeits-Gruppe) in Peru, Namibia, auf den Philippinen und sogar in der Mongolei. Die Erfahrungen haben sich dementsprechend unterschieden, aber wir haben auch viele Gemeinsamkeiten gefunden.

Aber nach Reflektion und Wissensvermittlung war auch das weitere Engagement ein großer Punkt. Uns wurden viele Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir uns auch in der Zukunft weiter für unsere Projekte, interkulturellen Austausch und alle möglichen anderen Themen, für die es sich lohnt, zu engagieren. Was ich so geplant habe, wird hier natürlich noch nicht verraten… Aber die Planung läuft.

Freitag, 22. Oktober 2010

Arnon Grünberg "Mitgenommen"

Am Dienstag fand mal wieder eine interessante Autorenlesung im Oberlandesgericht Schleswig statt. Von dem niederländischen Autor und Kolumnist mit deutschen Wurzeln, Arnon Grünberg, hatte ich bis dahin noch nicht viel gehört und noch nichts bewusst gelesen.

Meine Mutter hatte sich natürlich schon umfassend informiert und laut ihrer Aussage sollte es ein schöner Abend werden. Der Saal im Roten Elefanten war dann auch fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Nachdem die ehemalige OLG-Präsidentin Konstanze Görres-Ohde einer kurzen Einführung über den Autor, sein Leben und seine Auszeichnungen gehalten hatte, durfte dieser das Wort ergreifen. Auch er hat noch ein paar freie Worte an uns gerichtet, bevor er angefangen hat, aus seinem neuesten Roman „Mitgenommen“ (im Original „Our Uncle“) vorzulesen.

Arnon Grünberg hat in einem fast perfekten Deutsch vorgetragen. Jedoch wurde der Vortrag durch seinen niederländischen Akzent noch aufgewertet. Der Übersetzter Rainer Kersten hat ganz Arbeit geleistet, denn man konnte die Handlung richtig miterleben und hatte das Gefühl neben dem kleinen Mädchen im gelben „Pijama“ zu stehen. Der Autor hat aus drei Kapiteln vorgelesen, in denen es um das Schicksal der kleinen Lina (dem Mädchen im gelben „Pijama“) geht. Sie wurde als Kind während des Bürgerkriegs irgendwo in Südamerika ihrem Zuhause entrissen und von einem Major mitgenommen. Der Soldat versucht durch diese Tat seine Ehe zu retten, da seine Frau sehr unter ihrer Kinderlosigkeit leidet.

Was später aus dem Mädchen wird, hat der Autor nicht verraten, nur, dass sie bis ins Erwachsenenalter begleitet wird. Nach der Lesung stand er dem Publikum noch Rede und Antwort und natürlich zur Autogramm- und Bücher-signierungsstunde zu Verfügung.

Die Handlung des Romans hat einen realen Hintergrund, greif sie doch auf die Aktionen der Militärjunta Argentiniens, wo Offiziere zunächst die Eltern töteten und dann die Kinder in ihre eigenen Familien mitnahmen, zurück. Auch die Besuche des Autors in Afghanistan und im Irak hatten einen Einfluss auf den Schaffensprozess.

Natürlich haben meine Mutter und ich uns das Buch gekauft und ich freue mich riesig darauf, es demnächst lesen zu können. Diese Autorenlesung war wirklich ein Highlight.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Fundstück der Woche

Ist der Mensch ein Tierfreund oder ein Tierfeind?
Eigentlich wollte ich nur nach einem Bild einer Zeichentrickfigur im Internet suchen und habe „Robin Hood“ und „Schildkröte“ bei Znout (einer CO2-neutralen Suchmaschine) eingegeben. Neben dem gewünschten Link zum gesuchten Bild, wurden natürlich noch viele andere angezeigt. Meiner natürlichen Neugier folgend habe ich dann den interessant klingenden Link „Hundefrisöre mögens bunt gefärbt“ angeklickt.
Was auf den ersten Blick schon ziemlich lustig aussieht, ist für die Tiere bestimmt alles Andere als angenehm. Zum Glück zeigen die meisten Kommentare auch, dass das hier in Deutschland eher negativ gesehen wird.
Ich find es grausam. Muss man das wirklich des Menschen besten Freundes antun?

Montag, 11. Oktober 2010

Flohmarkt und Petterson und Findus

Sonntag ist Flohmarktzeit

Natürlich habe ich mich dieses Wochenende mal wieder mit meiner Mutter auf den Weg zum Flohmarkt gemacht. Bald ist ja leider wieder die Outdoor-Saison vorbei und man muss dazu wieder in dunkle Hallen. Und außerdem hat einer meiner Lieblingsflohmärkte stattgefunden. Aber wie schon auf dem Wikingermarkt habe ich keine großen Schnäppchen gemacht. Überaschend schnell waren wir dann auch an allen Ständen vorbei. Ich habe nur ein paar Süßigkeiten für den Kleinen zuhause mitgebracht. Außerdem konnte ich endlich mal wieder ein Crêpe mit Schokocreme essen. Ja, das habe ich ein Jahr lang echt vermisst.
Aber da so der Tag nicht enden konnte, war ich mit meiner Mutter nachmittags noch im Kinderkino. Es gab „Pettersson und Findus“ zu sehen.
Und darum ging es:

Kater Findus glaubt, dass Große immer machen dürfen, worauf sie gerade Lust haben. Naja und wie das dann so ist, wünscht er sich groß zu sein. Und oh Wunder, er schläft ein und täumt, er wär groß und Pettersson klein. Schnell merkt der kleine Kater dann, dass groß sein auch Nachteile hat. Naja, ich glaube Findus wollte nicht nur groß sein, sondern auch die Rechte und Fähigkeiten von Pettersson haben und weil er das nicht bekommt, geht es natürlich schief.
Zum Glück ist ja alles am nächsten Morgen vorbei. Aber leider hat Findus plötzlich ganz andere Sorgen: Pettersson hat sein Gedächtnis verloren und er muss ihm helfen, die Erinnerungen zurück zu holen. Die Geschichten, die der Kater seinem alten Freund dabei sind ganz niedlich. Aber ich weiß schon, warum ich solche Geschichten normalerweise zum Einschlafen höre, das wäre mir im Kino nämlich auch fast passiert. Vielleicht bin ich jetzt doch langsam aus dem Kindergeschichten-Alter raus.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Sneak "Twelve"

Yuhuu, endlich wieder Kino. Gestern war es endlich wieder so weit. Nachdem ich ein Jahr aufs Kino und insbesondere auf die Sneak verzichten musste, habe ich mich gestern mit meinem Freund in Richtung Kino aufgemacht. Wir hatten vorher schon mal geguckt, was denn in der nächsten Zeit so für Filme anlaufen würden und hatten keine Assoziationen zu den Titeln, also sind wir ganz ohne Vorstellungen ins Kino gegangen.

Der Saal war voller als wir gedacht haben und so saßen wir ziemlich weit vorne und ganz am Rand, aber sehen konnten wir trotzdem einigermaßen. Und dann, nach der langweiligen, nervigen Werbung, fing endlich der Hauptfilm an.

Und es kam „Twelve“. Wie gesagt, wir hatten keine Ahnung, was sich hinter dem Titel verbirgt, aber dafür waren wir ja da, um das dann herauszufinden. Und damit ihr vorher überlegen könnt, ob ihr den Film wirklich sehen wollt, erzähl ich mal ganz kurz, worum es ging:

Die Hauptperson ist White Mike, ein 17-jähriger Junge, der nach dem Krebstod seiner Mutter die Schule geschmissen hat und stattdessen mit Drogen dealt. Seine Kundschaft ist die Jugend der priviligierten Upper East Side. Es ist gerade eine neue Droge auf den Markt gekommen, mit dem tollen Namen „Twelve“. Das Zeug soll eine Mischung aus Koks und Ecstasy sein. Mike verkauft den Kram aber nicht, sondern ein anderer Dealer, gespielt von 50 Cent. Der Cousin von White Mike wird bei dem Versuch, sich das Zeug zu besorgen ermordet und ein Freund von White Mike gerät unter Mordverdacht. Was mit dem armen Typen bei der Polizei passiert, wird übrigens nicht aufgeklärt. Und dann ist das noch Molly, eine alte Freundin von White Mike, die auf ihn steht. Er ist sich über seine Gefühle aber nicht ganz so klar. Naja und zum Schluss gibt’s auf einer großen Party eine große Schießerei. Ach ja, dafür ist der Bruder des Partyveranstalters verantwortlich.

Tja, irgendwie fehlt der ganzen Geschichte so ein richtiger roter Faden. Und das Thema Drogenmissbrauch unter jugendlichen und die Probleme der reichen Kinder sind jetzt auch nicht neu und dafür ziemlich oberflächlich behandelt. Der Film ist zwar zeitweise ganz witzig, aber ohne tieferen Sinn. Auch die Lebensweisheiten und Einsichten (wie man sie auch öfter mal auf Partys nach einer Hand voll Bieren hatte), die von der Stimme aus dem Off dahingesäuselt werden, machen das Ganze auch nicht spannender oder glaubwürdiger.
Also, der Kinoabend war ganz nett, aber der Film wird nicht zu meinen neuen Lieblingen gehören. Aber gerade für so etwas gehe ich ja in die Sneak… und die Pita danach war richtig gut *gg*.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Wikingermarkt in Haithabu

Eigentlich wollte ich am Sonntag, in alter Tradition, die Flohmärkte in der Umgebung zusammen mit meiner Mutter unsicher machen. Da sie aber von keinem gelesen hatte, aber auf den Wikingermarkt in Haithabu bei ihren Recherchen gestoßen war, sollte es dorthin gehen.
Ich bin wohl seit meiner Grundschule nicht mehr in dem Wikingermuseum gewesen. Der Markt fand innerhalb des Halbkreiswalles von Haithabu statt, wo an historischer Stelle ein Siedlungsausschnitt des wikingerzeitlichen Handelsplatzes rekonstruiert worden ist. Es befinden sich insgesamt sieben Häuser in dem Areal, durch die die frühstädtische Siedlung dargestellt und begreifbar gemacht werden soll. Vorherrschend wird hier das Handwerk dargestellt. Aus Schweden, Dänemark und Holland kamen und kommen die Händler, die ihre Waren zum Kauf anboten/ anbieten. Nicht nur die Waren werden zeitgetreu präsentiert, sondern auch die Händler tragen traditionelle Kleidung und vielen kann man bei ihrer Arbeit auch über die Schulter gucken.

Besonders viel Spaß hatte ich in dem Gebäude, in dem man Brot, Honig, Käse und Wurst kaufen und probieren konnte. Der Ziegenkäse war zwar nicht so nach meinem Geschmack (vor allem, weil ich nach einer Pickup-fahrt keinerlei Ziegenprodukte mehr genießen kann), aber das Brot war richtig gut und davon wollte ich dann auch mehr haben, als nur das Probierstückchen, ich hatte ja auch nicht gefrühstückt.

Nachdem alle Stände, Häuser und Wikinger begutachtet worden sind (gekauft habe ich nichts), bin ich mit meiner Mutter noch ins Museum gegangen.

Das Wikinger Museum Haithabu gehört zu den bedeutendsten archäologischen Museen in Deutschland. Am Rande der ehemaligen Handelsmetropole der Wikinger präsentiert die seit 2010 vollkommen neue Ausstellung spektakuläre archäologische Funde und stellt diese in den historischen Kontext der Zeit vor 1000 Jahren. Besonders groß ist es nicht, aber es gibt viele interessante Dinge zu begutachten. Am besten fand ich das königliche Schiff aus dem Hafen von Haithabu, dass einst das schnellste Schiff auf der Ostsee war und das im Zentrum der großen Schiffshalle steht, in dem man viel über das frühmittelalterliche Hafenleben erfahren kann. Hier, das Böötchen:
Und nachdem wir auch das Museum komplett durchstreift hatten, ging es wieder nach Hause, leider ohne irgendetwas tolles Wikingerisches erworben zu haben. War aber trotzdem schön. Vielen Dank Mama, für die Einladung.

Freitag, 1. Oktober 2010

Bleibende Schäden aus Malawi

Man weiß ja nie, ob der Strom gleich weg ist...

Das Jahr in Malawi hat nicht nur bleibende Eindrücke, sondern auch bleibende Schäden bei mir hinterlassen, hierzu ein Beispiel:

An einem ganz normalen Abend sitze ich mit meinem Laptop im Wohnzimmer. Der Akku ist nicht mehr ganz geladen, das Ladekabel liegt im Arbeitszimmer und ich surfe im Internet. Eigentlich könnte es ein entspannter Abend werden. Doch plötzlich meldet sich ein Warnzeichen in meiner Taskleiste. Hilfe, der Akku hält nur noch eine Stunde. Eigentlich ist das ja kein Grund zu Aufregung, aber ich springe sofort hektisch auf und muss schnellstens das Ladegerät holen, denn man weiß ja nie, ob es heute Abend noch einen Blackout gibt.

Tja, wie gesagt, bleibende Schäden …

Donnerstag, 23. September 2010

Papierkrieg oder der alltägliche deutsche Wahnsinn

Ja, nun bin ich schon einen ganzen Monat in Deutschland. Und ich muss sagen, es gefällt mir schon hier. Ich mag den Flensburger Hafen und auch die Innenstadt.
Da ich aber ja keinen Job mehr habe, musste ich mal wieder nach der Anmeldung im Bürgerbüro (ich hatte mich ja vor meiner Ausreise abgemeldet) auch beim Arbeitsamt wieder blicken lassen. Und ab da bin ich aus dem Papier-Dschungel nicht mehr hinausgekommen.
Aber erst einmal der Reihe nach. Frohen Mutes betrat ich eines Tages das Arbeitsamt, stand in der falschen Reihe an, wurde falsch weiter geschickt und war nach circa einer halben Stunde wieder vorne bei der Anmeldung. Hab mich dann auf der richtigen Seite angestellt, bin zur richtigen Stelle weiter geschickt worden und habe mit einer netten Dame sprechen dürfen. Dort habe ich mal wieder einen Haufen Zettel bekommen und einen Termin für ein Beratungsgespräch.
Zuhause habe ich mir alles durchgelesen, die Fragebögen ausgefüllt, meine Unterlagen zusammen gesucht und eine Lohnsteuerkarte beim Bürgerbüro beantragt. Da ich wusste, dass die beantragte Karte innerhalb von zwei Tagen bei mir sein müsste (war bei den letzten drei Lohnsteuerkarten auch schon immer so), habe ich mir schon mal einen Termin beim Arbeitsamt besorgt um den ganzen Kram abgeben zu können. Eigentlich machen die das da ja so nicht, aber da ich mir ja so sicher war, alles zu dem Termin zu haben, wurde mal eine Ausnahme gemacht. Die Lohnsteuerkarte hatte eine Woche Zeit um pünktlich zu kommen und … haha, sie kam natürlich nicht. Also habe ich mehrfach das Bürgerbüro mit Telefonaten belästigt, aber dort war sie auch nicht aufzufinden. Und das Ende der Geschichte war, dass ICH für 5 €uro eine neue Karte kaufen musste. Danke, liebe Post, liebes Bürgerbüro oder wer auch immer.
Naja, aber ansonsten liefen die Termine beim Arbeitsamt eher unspektakulär ab. Ich saß lange rum, mal vorm und mal im Büro, habe mich mit netten Menschen unterhalten, einen Haufen Zettel bekommen und einen Haufen Zettel abgegeben. Als ich dann nach dem letzten Gespräch mit zwei Job(bewerbungs-)vorschlägen und einem weiteren Stapel Informationszetteln entlassen worden bin, hatte ich geglaubt, meinen Ämtermarathon hinter mich gebracht zu haben.
Aber, wen wundert’s, dem war nicht so. Für einige Bewerbungen werden natürlich beglaubigte Kopien benötigt. Ich hatte mal welche, aber ich habe auch schon mal Bewerbungen geschrieben. Also musste ich neue machen lassen. Da meine Zeugnisse und der Gesellenbrief an zwei verschiedenen Stellen ausgestellt worden sind, hatte ich mich dazu entschlossen, die Kopien im Bürgerbüro machen zu lassen, damit ich mir Hin-und-her-gerenne sparen konnte. Und damit alles noch schneller geht, hatte ich auch die Kopien schon vorher machen lassen. Nach nur zehn Minuten Wartezeit konnte ich mein Anliegen auch schon bei einer netten Frau vortragen. Aber ich hatte nicht gedacht, dass ich erst eine Bank hätte überfallen müssen, um die Kopien bezahlen zu können, denn „Die ersten drei Kopien kosten jeweils 3€uro, jede weitere „nur“ noch 1,50€.“. Ähm, ich glaube, in dem Moment habe ich ganz schnell den Gedanken, an ein paar Kopien auf Vorrat, begraben. Tja, aber was sein muss, muss sein. Und so bin ich mal wieder 15€uro beim Bürgerbüro losgeworden. Und meine schon vorher hergestellten Kopien waren auch umsonst, denn, „Wir nehmen keine DinA3 Formaten und machen unsere Kopien sowieso selbst, kostet auch das Gleiche!“.
Vielen Dank auch und schönen Tag noch!

Freitag, 10. September 2010

Meer sehen



Ja, ich bin wieder zuhause und so langsam gewöhne ich mich an Deutschland wieder. Das Einkaufen funktioniert auch schon wieder ganz gut ohne Hilfe. Aber wer braucht bitte zehn verschiedene Zahnbürsten?? Und da ich mich mittlerweile in der Wohnung und in der Stadt ohne Probleme bewegen kann, habe ich auch schon einen längeren Ausflug gewagt.

Am Dienstag bin ich von meiner Mutter abgeholt worden und wir sind gemeinsam nach Rømø (Dänemark) ans Meer gefahren. Angeblich sollte das Wetter ja noch gut sein, wurde es dann auch je weiter in den Norden wir kamen. Besonders warm war es nicht, aber wir sind hier ja auch nicht in Afrika *g*. Nachdem ich erst einmal ein paar Sandwiches gefuttert hatte, konnten wir auch bei pustigem Ostwind und Sandsturm am Strand entlang laufen. Das Meer hat mir echt gefehlt.

Als es dann aber zu nieseln anfing, haben wir uns fürs Umkehren entschieden und sind zurück nach Lakolk gefahren und haben uns in den Souvenir-Shops umgesehen und danach hat sich meine Mutter einen Traum erfüllt und wir sind endlich in den Oldtidsparken in Hjemsted gegangen. Leider war die Saison schon vorbei, ansonsten hätten wir ein Dorf aus der Eisenzeit erleben können. Leider konnten wir so nicht mit echten Einbäumen fahren, mit dem Schmied sprechen, mit dem Töpferer reden und auch nicht sehen, wie das römische Katapult abgeschossen wird. Aber immerhin saßen wir kurz im Kino, sind durchs unterirdische Museum gelaufen und haben mit Pfeil und Bogen geschossen.

Nachdem wir dann auch den Rundgang absolviert hatten, sind wir dann wieder nach Hause gefahren. Und ich war glücklich über meinen Tag am Meer.


Donnerstag, 26. August 2010

die Rückkehr

So, jetzt will ich euch an meinen letzten malawischen Abenteuern teilhaben. Das letzte Wochenende habe ich mit einigen neuen und einigen alten Freiwilligen im Haus unserer Organisation verbracht. Langsam wurde die Vorfreude immer größer und das Warten wollte kein Ende nehmen. Aber ich habe meine Zeit gut mit Fragen der neuen Freiwilligen und Besorgungen in der Stadt füllen können. Ziemlich lustig war es, nochmal auf den Holzmarkt zu gehen. Jetzt macht uns niemand mehr etwas vor beim Handeln. Ich will die Kette für 50 Kwacha, also bekomm ich sie auch für 50 Kwacha.

Ja und dann am Montag war es endlich so weit. Viel zu früh waren meine zwei Begleiterin und ich mit unseren Sachen fertig. Die Taschen standen lange schon gepackt auf dem Hof. Doch leider wurden wir erst mittags abgeholt. Zum Glück kam unser Fahrer pünktlich, denn wir wurde nicht von unseren Koordinatorinnen gehfahren, da die die ersten neuen Freiwilligen zu ihren Einsatzplätzen fahren mussten. Aber so sind wir auch gut angekommen. Wir wurden sogar noch von ein paar anderen Mädels eskortiert. So wurde die Wartezeit auch am Flughafen nicht lang. Richtig froh waren wir dann, als wir unser Gepäck aufgegeben hatten und keine von uns nachbezahlen musste. Das ständige Wiegen hat sich echt gelohnt. Auch durch die Sicherheitskontrollen sind wir ohne Probleme durgekommen. Dann saßen wir 2 ½ Stunden im Flugzeug von Lilongwe (Malawi) nach Johannesburg (Südafrika).

Bis dahin gab es dann auch noch keine Probleme, die kamen dann erst in Jo-Burg. Wir brauchten neue Tickets um damit nach Deutschland fliegen zu können. Nachdem wir die Lage sondiert hatten, haben wir uns auch am richtigen Schalter angestellt. Wären wir nicht gerade aus Malawi gekommen, hätte uns das Warten bestimmt tierisch aufgeregt, aber so ging es. Danach haben wir uns einen gemütlichen Platz zum warten gesucht. Leider wussten wir noch nicht, wo wir im Flugzeug sitzen würden, weil wir soooo gerne nebeneinander sitzen wollte, der Schalter-Typ, es uns aber nicht versprechen konnte, wir also noch auf eine Entscheidung warten mussten und deshalb als letztes in den Flieger einsteigen sollten. Das Problem, das sich dann auftat war, dass es einer meiner Mitreisenden immer schlechter ging. Die Symptome deuteten stark auf Malaria hin. Das Flugpersonal wurde dann auch auf unseren Zustand aufmerksam und es war lange zeit nicht klar, ob wir überhaupt weiter fliegen können. Nach einigem Hin und Her und nachdem sogar der Pilot noch um Erlaubnis gefragt worden ist, durften wir dann tatsächlich weiter. Wir waren dann natürlich die letzten. Aber wir haben es tatsächlich noch geschafft, zu dritt zusammen zu sitzen und auch das Flugzeug ist pünktlich losgeflogen. Die nächsten zehn Stunden waren wir dann in der Luft und haben den afrikanischen Kontinent überflogen und sind glücklich, aber total k.o. in Deutschland angekommen.

Danach ging es für mich noch weiter mit einem Flugzeug nach Hamburg, wo ich endlich meine liebsten wieder in die Arme schließen konnte. Und jetzt versuche ich mich in Deutschland wieder einzuleben. Es ist zwar alles irgendwie bekannt und zum Teil wie vorher, aber irgendwie auch alles neu.

Heute habe ich mich beim Bürgerbüro und beim Arbeitsamt gemeldet und war auch schon mal einkaufen. Das Warenangebot überfordert mich doch sehr. Ich will zwar immer alles kaufen, doch kann mich nicht entscheiden.

Dienstag, 24. August 2010

Mamma, I´m coming home !!!

So, nun bin ich wieder in Deutschland. Natürlich kommen ausführliche Berichte später. Ersteinmal muss ich richtig ankommen.

Samstag, 21. August 2010

nach Lilongwe

Hallo,
ich werde jetzt nicht besonders viel schreiben, sondern nur kurz von den letzten Tagen erzählen.
Von Dienstag bis Donnerstag habe ich meine restlichen Sachen gepackt und mich von allen. die da waren, am College verabschiedet. Es ist schade gehen zu müssen, aber auch schön so viele neue netten Menschen kennenlernen zu dürfen.
Am Donnerstag mittag bin ich dann abgeholt worden und nach Lilongwe gefahren. Hier im Weltwärtshaus ist großer Betrieb. Nicht nur wir alten Hasen, die sich bald von Malawi verabschieden müssen, tummeln sich hier, sondern auch schon neun neue Freiwillige. Aus diesem Grund ist eigentlich immer etwas los. Gestern gab es mal wieder eine PO-Party und wir haben uns wieder ein Bisschen wie am Anfang gefühlt.
Bis Montag bin ich jetzt noch in Lilongwe und so richtig wirklich ist die bevorstehnde Heimreise noch nicht.

Dienstag, 17. August 2010

Fotos 3

farewell:
in der TTC Kueche, mit den kleinen Toepfen und dem cocking stick:
mit meinem Supervisor:
beim Geschenke bekommen:



Fotos 2

Farewell in der Hall, noch ohne Menschens:
Werkstatt kurz vor ende des kompletten aufraeumen:
noch ein Bisschen vorher:
Die ordentlichen Wekzeugkisten:





Fotos 1


So, hier ein paar neue Fotos zu den alten Posts. Ungeordnet, aber beschriftet. Muesst ihr selbst zuordnen *gg*.
Livingstonia Mission:
Kochen in Chitipa (der grosse Nsima-Topf):
Die Grabsteine in Chitipa:
Unser Garten:

Montag, 16. August 2010

Unverstaendliches

-- ohne Kommentar --


In einem fremden Land, in einer fremden Kultur, begegnen einem viele neue Sachen. Nicht alles versteht man auf Anhieb und mancher Sinn hinter einer Handlung bleibt einem für immer unergründlich.

So trug es sich zu, dass zwei kleine deutsche Freiwillige auf den Weg in die Stadt gemacht haben um Produkte für das tägliche Leben zu kaufen. Dabei kamen sie in der nahe gelegenen Stadt an vielen verschieden Läden vorbei. Mal gingen sie in den einen, mal in den anderen. Doch nicht nur Geschäft mit Artikeln für den Täglichen Gebrauch zogen an ihnen vorbei, nein auch andere Etablissements. Vor einem Geldinstitut wurde ihre Neugier von einem Einheimischen erweckt. Dieser war damit beschäftigt, Wasser mit einem dafür vorgesehenen Schlauch auf der Straße zu verteilen. Die kleinen Freiwilligen beobachteten die Person interessiert und konnten es sich nicht verkneifen, zu fragen, was hier vor sich gehe und welcher Sinn hinter dieser Tätigkeit stecke. Die Antwort war einfach: „Fumbi!“. Leider reichten die Sprachkenntnisse der Fragensteller nicht aus, um diese Antwort zu verstehen, also sind sie weiter ihres Weges gegangen. Im nächsten Geschäft haben sie einen Mitarbeiter nach der Bedeutung gefragt und herausgefunden, dass es sich um Staub handelt.

Also versucht ein Banangestellter den Staub vor der Bank wegzuwaschen bzw. zu befeuchten, damit a) nicht so viel Staub in die Bank getragen wird oder

b) die Bankbesucher nicht so staubig werden, wenn sie aus dem Auto steigen?

Und das passiert in einer Stadt, die dafür berüchtigt ist, dass sie oft unter Wassermangel leidet. Ich muss nicht erwähnen, dass wir gerade an dem Tag kein Wasser hatten und es am nächsten Tag erst gegen Nachmittag wieder gekommen ist. Also, warum muss dann auch noch Wasser verschwendet werden?