Mittwoch, 16. Juni 2010

Die WM ist in Malawi angekommen

In der Vergangenheit wurde ich häufiger gefragt, ob man denn bei uns viel von den WM-Vorbereitungen mitbekommt, weil wir ja dichter am Geschehen dran sind, als ihr Europäer. Naja, die Vorbereitungen haben wir nicht so großartig mitbekommen. Außer ein paar Plakaten in Lilongwe ist mir nicht viel aufgefallen.

Aber jetzt merkt man es überall. Es ist definitiv WM-Zeit. Überall wird man gefragt, welche Mannschaft man supportet und ob man sich auch die Spiele anguckt. Wir haben hier das Eröffnungsspiel im Lehrerzimmer gesehen und die Stimmung war richtig gut. Natürlich waren alle für Südafrika, bis auf einer, der grundsätzlich immer überall dagegen ist.

Das erste Spiel von Deutschland haben wir uns natürlich auch angesehen. Die erste Halbzeit saßen wir mit ganz vielen Studenten zusammen in der Hall und haben gebannt auf eine große Leinwand gestarrt. Beim Eröffnungsspiel war noch ein interessantes Flimmern und nur Bruchteile zu sehen, aber die Probleme wurden schnell behoben. Auf jeden Fall konnte man alle gut sehen, vor allem weil wir ein Wenig weiter hinten saßen und uns Stühle auf die Tische gestellt hatten. Wir waren als fast mit im Stadion. Und die Stimmung war auch wieder echt cool. Deutschland wurde von allen Studenten angefeuert und bejubelt.

Die zweite Halbzeit haben wir uns dann im Lehrerzimmer angesehen. Auch dort war die Stimmung gut, wenn auch viel weniger Lehrer da waren als beim Eröffnungsspiel. Und die „tüüt, tüüt“-Rufe sind leider auch ausgeblieben. Beim ersten Spiel wurde nämlich sehr viel Gerufen und angefeuert. Und das klingt ganz anders als in Deutschland. Mit dem zuvor genannten Rufen feuert meine Mannschaft an, wenn sie gerade am Ball sind und sich Richtung Tor bewegen.

Nach dem glorreichen Sieg der Deutschen Mannschaft wurde uns dann auch von allen anwesenden Lehrern gratuliert und auf uns ruhen jetzt ganz viele Hoffnungen. Naja, einige würden sich natürlich auch freuen, wenn der Gewinner eine afrikanische Mannschaft wird. Wir sind auf jeden Fall gespannt. Leider bin ich noch nicht sicher, ob ich das nächste Deutschlandspiel sehen kann, denn eigentlich habe ich da Unterricht … mal sehen …

Dienstag, 15. Juni 2010

Arbeit ist etwas Schönes !

Liebe Leser,
ich möchte mich ganz kurz dafür entschuldigen, dass ich in letzter Zeit so wenig schreibe. Das hat natürlich auch seine Gründe, neben meiner Schreibfaulität auch die gerade ein Wenig stressige Arbeit.

In der letzten Woche habe ich viel Zeit mit Unterrichtsvorbereitung verbracht, die ich zugegebenermaßen schon ein Wenig vor mir her geschoben habe und die deshalb ziemlich dringend erledigt werden musste. Am Montag hat der Unterricht in der Demonstration School wieder begonnen und somit auch wieder der TischlerClub für die Kleinen. Und da die Studenten auch wieder da sind, gibt es ja auch einen Club für die Großen. Nebenbei habe ich noch ein Tür, einen Schreibtisch und mehrere Stühle repariert. Jetzt mangelt es mir natürlich wieder an Schrauben um damit fortzufahren.

Den Donnerstag habe ich komplett für meine Unterrichtsvorbereitungen genutzt. Ich habe einen Haufen Zeichnungen angefertigt und mit Gedanken über die nächsten Werkstücke gemacht. Außerdem möchte ich den Studenten auch ein Bisschen theoretisches Wissen vermitteln. Leider habe ich ja fast alles nur auf Deutsch und deshalb muss alles übersetzt werden und dann musste ich mir noch Gedanken machen, wie ich das am besten anschaulich darstelle. Außerdem habe ich noch ein Bisschen Material in der Werkstatt vorbereitet.

Am Freitag sind dann auch wieder ein paar Kinder zu mir gekommen, wie auch am Montag. Nach wie vor gibt es mal kleinere und mal größere Verständigungsprobleme, aber an sich macht der Unterricht nach wie vor Spaß und bei einigen Kindern kann man tatsächlich eine Entwicklung sehen. Wir verarbeiten mittlerweile auch das Material, das ich von meiner Organisation gesponsert bekommen habe. Außerdem wende ich meine im Schnitzkurs gelernten Fähigkeiten an. Die Ground-Name-Plates, die wir schon mal gebaut haben, werden jetzt nochmal hergestellt, nur jetzt dürfen die Kinder ihren Namen hinein schnitzen und sie so gestalten, wie sie wollen.

Wegen des Fußballspiels am Freitag musste der Club für die Studenten leider ausfallen, doch am Samstag konnte er stattfinden. Es haben zwar nicht besonders viele Studenten teilnehmen, aber so konnte ich mich gut um sie kümmern. Auch hatte ich so die Möglichkeit die Theorie gut mit ihnen durchzusprechen. Leider glauben einige, dass sie nach diesem Kurs vollständig ausgebildete Tischler sind. Aber das ist leider für mich zu schaffen, denn ich bin ja auch nicht allzu lange aus der Schule raus und außerdem haben wir nur noch knapp zwei Monate Zeit, weil im August das College schon wieder schließt. Aber ein paar Einblicke können die Studenten schon bekommen und einen selbstgemachten Mini-Tisch oder Nsima-Hocker kann man schon gut verkaufen. Und auf jeden Fall bringt es mir Spaß.

Arbeit ist schon etwas Schönes!

Reiseroute

Hier nochmal eine Karte von Malawi. Ich habe die Orte gekennzeichnet, in denen ich in meinem Urlaub und beim Schnitzkurs und danach war.