Freitag, 25. Februar 2011

Praktika

Und auch das zweite Praktikum ist geschafft. Und ich werde wohl immer schreibfauler, obwohl ich viel zu schreiben hätte. Denn obwohl dieses Jahr noch nicht sehr alt ist, ist viel passiert.

Bei beiden Praktika saß ich viel am Computer. Beim ersten habe ich hauptsächlich Massenmodelle von imaginären Gebäuden mit Hilfe eines CAD-Programms gezeichnet. Der Auftraggeber wollte eventuell ein neues Bürogebäude unter der Leitung des Architekturbüros bauen lassen. Unsere Aufgabe war ein paar Entwürfe für mögliche Gebäudeformen zu entwerfen. Es sollte deutlich werden, wie sich die Gebäude in die Umgebung einfügen. Außerdem gab es eine ungefähre Nutzungsflächenvorgabe und Anzahl der Parkplätze. Ich sollte dann die entstandenen Entwürfe – insgesamt sieben – vom Papier in CAD übertragen, sowohl in 2D, als auch in 3D. Außerdem habe ich dann zum Schluss noch ein paar Berechnungen dazu (wie viel Platz gibt es für Parkplätze etc.) angestellt und eine ansprechende Mappe für den eventuellen zukünftigen Bauherren erstellt. Wie cool wäre es, wenn ein Gebäude gebaut wird, an dessen Entwurf ich mitgearbeitet habe. Ich konnte eigentlich die ganze Zeit selbstständig und frei arbeiten. Zwischendurch habe ich Zeichnungen gefaltet oder den Chef zu Baubesprechungen oder Baustellen begleitet. Obwohl es ja eigentlich ein unbezahltes Praktikum war, habe ich doch etwas verdient, ein Mittagessen, zwei Mal Frühstück und ein Mal Kaffee und Kuchen bekommen. Und natürlich - und hauptsächlich – habe ich viele Erfahrungen gesammelt.

Zum Ende des Praktikums habe ich durch Zufall gesehen, dass die Bewerbungsfrist für das Architektur-Sommersemester in Lübeck noch nicht abgelaufen ist. Nach kurzem Überlegen habe ich dann die Online-Bewerbung in Angriff genommen. Und Yippie-yeah, ich habe einen Studienplatz bekommen. Anfang März kann ich mich einschreiben.

Nach dem ersten Praktikum hatte ich eine Woche „Urlaub“, in der mir der erste Weisheitszahn gezogen worden ist. Als ich auf dem Behandlungsstuhl saß und der Zahnarzt schon über eine halbe Stunde in meinem Mund herumfuhrwerkte, habe ich mich schon gefragt, warum ich mir gesunde Zähne ziehen lasse. Ich hatte dann auch noch gut eine Woche lang Schmerzen und war beim Essen ziemlich beeinträchtigt. Den nächsten Zahn darf mir ein anderer Arzt ziehen.

Vor zwei Wochen habe ich dann mein zweites Praktikum angefangen. Erst einmal durfte ich auch da „niedere Praktikantentätigkeiten“ ausüben. Ich habe einen ganzen Haufen Schriftstücke einsortiert und danach das Archiv von Musterkatalogen und Musterstücken aufgeräumt, neu sortiert und ein Wenig ausgedünnt. Ab dem zweiten Tag durfte ich dann ein altes Haus, inklusive Lageplan, Ansichten, Schnitt und Grundrissen von Kopien in CAD übertragen. Manchmal wundert man sich echt über die alten Zeichnungen. Bei einigen Maßen musste ich raten und bei anderen konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Aber schlussendlich konnten alle Zeichnungen zur allgemeinen Zufriedenheit erstellt werden. Das Highlight der Zeichenorgie war dann aber die 3D-Zeichnung, die ich noch von meinem Objekt erstellen durfte. Es ist schon cool, wenn man zum Schluss sein gezeichnetes Haus tatsächlich virtuell betreten kann. Betreten habe ich auch wieder mehrere Baustellen und war bei Baubesprechungen dabei. Ein großes Problem bei allen Bauten, die ich besucht habe, war die momentane Wettersituation. Bei Minusgraden ist kaum zu arbeiten. Der Estrich kann nicht gegossen werden, es kann nicht gemauert werden und auch Erdarbeiten gestalten sich sehr schwierig. Aber es soll ja bald wärmer werden.
Zum Abschluss durfte ich dann heute noch zu einem Richtfest. Die Rede war ganz nett, zum Essen gab es leider Gulasch, deshalb habe ich nur Brot und Kekse essen können. Aber so war es auch ganz nett.

Tja, wie gesagt, jetzt ist Wochenende und die Praktika sind vorbei.