Mittwoch, 9. Juni 2010

Urlaub

Und dann hatte ich ja noch eine Woche Urlaub. Von Mua bin ich mit einem Minibus nach Zomba gefahren. Die Fahrt hat den halben Tag in Anspruch genommen und wir sind erst in der Dunkelheit angekommen. Mehrfach mussten wir den Minibus wechseln, weil er nach einiger Zeit zu leer war und dann immer zwei Buse zusammen gelegt worden sind. Aber irgendwann bin ich dann tatsächlich angekommen. Nachdem ich mich mit einem anderen Freiwilligen getroffen, mit Fastfood gestärkt und meine Sachen einem Entwicklungshelfer gegeben habe, saß ich gemütlich mit ein paar anderen in einem Motel, bevor wir noch in einen typischen malawischen Club gegangen sind.




Den nächsten Tag habe ich dann alleine in Zomba verbracht und habe mir die Stadt, die die drittgrößte Malawis sein soll, angeguckt. Allerdings war nicht besonders viel zu sehen. Der Markt war leider auch eher bescheiden, dabei hätte ich einen großen Second-Hand-Markt nötig gehabt, denn der letzte Minibus hatte sich an meiner Hose zu schaffen gemacht. Nach der letzten Fahrt klafften zwei große Löcher an meinem Allerwertesten und man konnte meine Unterwäsche durchsehen. Zum Glück konnte ich mir immer entweder einen Pulli oder ein Chintenje um die Hüften binden. Leider habe ich dann auch keine neue Hose gefunden. Und da ich mit kleinem Gepäck gereist bin, hatte ich nur noch eine kurze dabei. Und hier in Malawi wird es langsam wirklich kalt und man friert vor allem bei Busfahrten sehr schnell.




Von Zomba bin ich dann am Sonntag nach Blantyre gefahren und habe dort bei einer Freiwilligen gewohnt. Anfangs war mir die Stadt mal wieder viel zu groß, sie ist immerhin die größte in Malawi und das Wirtschaftszentrum. Nachdem ich mich mal wieder mit Fastfood gestärkt habe (ja, ich bin nach wie vor ein Fastfood-Junkie) wurde ich abgeholt und konnte mich mal wieder für drei Tage in einem fremden haus einrichten. Am Montag habe ich Blantyre auf eigene Faust erkundigt, weil meine Gastgeberin arbeiten musste. Ich habe tatsächlich alleine den Weg in die Stadt, zum Markt und zurück gefunden, auch wenn es nicht unbedingt der kürzeste und direkteste war. Aber ich hatte ja Zeit. Klamotten habe ich da leider auch nicht gefunden. Doch am Dienstag, im Shopping-Paradies, auf dem größten Second-Hand-Markt Malawis in Limbe, bin ich endlich fündig geworden. Ich habe endlich eine neue Hose, einen warmen Pulli und eine warme Jacke gefunden und noch ein paar Kleinigkeiten. Jetzt bin ich für den Winter gerüstet.




Den Mittwoch habe ich mal wieder größtenteils im Bus verbracht. Von Blantyre ging es weiter nach Mulanje. Dort habe ich natürlich wieder bei ein paar Freiwilligen gewohnt. Angeblich ist Mulanje der schönste Ort in Malawi und angeblich hatte Tolkien dort seine Inspiration für das Auenland in „Der Herr der Ringe“ her. Und, naja, da könnte etwas Wahres dran sein. Auf jeden Fall war die Aussicht echt wunderschön. Da ich, wie schon erwähnt, mit kleinem Gepäck gereist bin, musste ich dann erst einmal den größten Teil meiner Klamotten waschen. Am Donnerstag wurde ich dann über die Teeplantagen geführt und abends gab es Lasagne im Golf-Club.




Wie das hier so ist, saß ich den nächsten Tag mal wieder im Bus und bin von Mulanje nach Lilongwe gefahren. Nach zwei Stunden im Minibus und sechs Stunden im großen Bus war ich dann endlich am Ziel der freitäglichen Reise. Nach einem kurzen Abstecher zum Sommerfest meiner Organisation habe ich dann in unserem Freiwilligenhaus in Lilongwe genächtigt. Dort habe ich dann Lilli wieder getroffen, die gerade von ihrer Reise durch Mosambik zurück gekehrt ist. Den Samstag habe ich noch in der Hauptstadt Malawis verbracht und mit Lilli den Markt unsicher gemacht. Am Sonntag ging es dann endlich zurück nach Hause. Es ist echt schön, mal wieder anzukommen und alle Sachen auspacken zu können. Und wieder Erwarten steht das Haus noch *gg*. Und jetzt geht die Arbeit wieder los…




Hier natürlich noch ein paar Fotos von meiner Reise, sie sind alle in Mulanje entstanden. Ich habe nicht allzu viel fotografiert.






Schnitzkurs

Dann will ich euch mal erzählen, was ich in den letzten zwei Wochen so gemacht habe. Angefangen hat es natürlich wieder mit einem ganzen Tag im Bus. Alina und ich haben uns auf den Weg nach Mua gemacht. Im Kungoni Centre for Cultural Art haben wir einen einwöchigen Schnitzkurs bei einem malawischen Schnitzer gemacht. Das Ganze ist natürlich etwas anders abgelaufen, als es geplant war und als es wohl in Deutschland von statten gehen würde. Aber ich habe dann doch tatsächlich ungefähr 20 Stunden mit Schnitzen verbracht. Natürlich gab es keine Werkstatt, wie man sie sich im europäischen herkömmlichen Sinne vorstellen würde. Wir saßen draußen unter einem Baobab Baum auf einer Strohmatte und haben unsere Werkstücke mit den Füßen festgehalten. Und dann konnte es losgehen. Und wieder Erwarten haben wir uns gar nicht so schlecht angestellt. Ich habe drei ganz passable Werkstücke zustande bekommen. Die zum Schluss sogar noch eine Oberflächenbehandlung bekommen haben. Es hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt mal diese Erfahrungen zu machen. Aber an einer Werksbank lässt es sich doch ein Wenig entspannter arbeiten. So schön es auch ist, ab und an zu sitzen, tut der Rücken nach acht Stunden auf einer Strohmatte doch weh.




Der Kurs hat nicht im eigentlichen Kulturzentrum, sondern im Nachbardorf stattgefunden, bis dahin war ein kleines Stück zu laufen. Am ersten Morgen wurden wir gefragt, ob wir denn auch Nsima mögen, da wir das für die typische malawische Frage „Du bist hier in Malawi, isst du dann auch unser Nationalgericht?“ gehalten haben, waren wir doch überrascht, als wir dann zum Mittag eingeladen worden sind. Aber da der Weg zu weit war und unsere Mittagspause zu kurz, haben wir immer bei unserem Schnitzlehrer gegessen. Und da ist mir aufgefallen, dass es für mich mittlerweile total normal geworden ist, auf dem Fußboden zu sitzen und mit den Fingern zu essen. Trotzdem weiß ich die Erfindung des Tisches wohl zu schätzen. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich den dann auch wieder häufiger benutzen.




Und das bin ich beim Schnitzen:




Fotos von meinen Werkstücken kann ich euch leider nicht zeigen, nur meine nicht ganz fertige Maske. Da hat mir der Lehrer doch ein Bisschen geholfen. Aber so Gesichter sind ja auch mal richtig schwer.

Montag, 7. Juni 2010

wieder da

Tadaaa, ich bin vom Schnitzkurs und aus dem Urlaub wieder zurueck. In den naechsten Tagen werde ich dann auch tolle neue Eintraege praesentieren, bin noch nicht dazu gekommen einen feritg zu schreiben.
Ach ja, da die Post hier nicht die beste ist, waere es toll, wenn ihr vielleicht alle doch wieder Mails statt Briefen schreiben wuerdet.
Gerade sind meine ersten Briefe angekommen. Der eine wurde am 29.12.2009 abgeschickt. Fuer die anderen habe ich natuerlich die Hoffnung noch nicht aufgegeben....