Donnerstag, 29. Oktober 2009

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Gule Wankulu 27.10.2009

Oh Wunder, wir waren tatsächlich bei echten Gule Wankulu-Tänzen. Nachdem wir mehrfach versetzt worden waren haben wir es am 27.10.2009 wirklich geschafft. Pünktlich standen wir vor Mr. Lwingas Haus, der leider nicht da war, aber, oh Wunder, gerade zurück kam. Wir konnten es kaum glauben, dass endlich der lang ehrsehnte Tag gekommen sein sollte. Freudig haben wir uns dann zu dritt (Mr. Lwinga, Alina und ich) auf den Weg zu einem Dorf, direkt vor den Toren unseres Campus, gemacht. Nachdem wir vorgestellt worden sind, durften wir uns zu den Zuschauern gesellen und sogar Fotos machen. Wir konnten es kaum erwarten, dass es losgehen sollte.

Bei dem Fest, dem wir beigewohnt haben, wurden drei neue Chiefs in ihr Amt eingeführt. In Malawi wird sowas noch sehr traditionell mit Tänzen und Gesang begleitet. Wir hatten sehr viel Spaß dabei, an der Zeremonie teilzunehmen und ich habe auch einige Sachen, die ich letzte Woche in Mua gelernt habe, wieder erkannt und konnte einen Teil meines Wissens an Alina weitergeben. Und wir waren nicht nur Zuschauer, wir habe auch, wie es hier üblich ist, den Chiefs und Tänzern Geld gespendet. Die Masken waren größtenteils ziemlich einfach, aber gut gemacht. Leider kannten wir nicht alle Bedeutungen des Dargestellten. Als alles vorbei war haben wir uns noch mit ein paar Malawiern unterhalten und waren noch ein Bisschen im Dorf unterwegs. Leider war diese Feier nur eine ganz kleine (aber fein) und wir hoffen darauf, dass wir nochmal bei einer größeren dabei sein können. Wir sind ja noch zehn Monate hier …

Ansonsten habe ich jetzt angefangen meine Werkzeuge in meine Werkstatt zu bringen und mich einzurichten. In den nächsten Tagen werde ich da mal ordentlich aufräumen und alles herrichten. Außerdem werde ich mit meinem Supervisor zusammen ein Bett für die neue Freiwillige bauen. Und morgen sollen wir uns eine Kirche und Tischlerei in der Stadt angucken und das frischgeborene Baby von Mr. Lwinga und seiner Frau. Die nächste Zeit werde ich ganz viel Organisatorisches erledigen, damit ich dann arbeiten kann. Auch mein Fußballclub soll ab Montag starten, wenn dann die Liste endlich raus ist. Und Freitag sollen wir mit einer Schulklasse der Demonstration School einen Ausflug nach Salima machen. Wir freuen uns schon auf alles und hoffen, dass auch alles klappt, so wie es geplant ist.

Und an dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die meinen Blog lesen und bei denen, die mir Mails schreiben. Und ich würde mich echt freuen, wenn ich noch von ein paar Leuten mehr hören würde. Ich möchte hier ja keine Namen nennen, nicht wahr Herr Schwabenprinz *g*.

Montag, 26. Oktober 2009

Kasungu Nationalpark 25.10.09

Heute sind wir rechtzeitig aufgestanden um pünktlich auf dem Parkplatz unseres Campus zu stehen. Wir drei Deutschen, der japanische Freiwillige und ein Malawier mit Freundin wollten heute den Nationalpark hier in Kasungu besuchen. Der Malawier hatte uns ein Auto organisiert, dass leider nicht erschienen ist. Nach über einer Stunde warten hat uns unser malawischer Freund dann ein Taxi gerufen, mit dem wir Azungus dann losgefahren sind. Die anderen beiden wollten dann so schnell wie möglich mit dem anderen Auto nachkommen (was sie aber leider nicht geschafft haben). Nach circa einer Stunde hatten wir dann das Tor des Parks erreicht, dann haben wir nur noch eine halbe Stunde bis zur Lifupa Lodge, der Lodge unseres Mentors, gebraucht. Das Anwesen ist echt ganz ansehnlich. Es liegt direkt am See und wir haben gleich Hippos gesehen. Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass um die Mittagszeit die Elefanten ans Wasser kommen. Also haben wir uns erstmal ein Wenig umgesehen, wobei wir fast auf eine Schlange getreten sind.
Später sind wir noch auf deutsche Studenten getroffen. So gegen Mittag sind wir dann zurück zu unserem Ausgangspunkt gegangen und haben es uns auf der Terrasse in der Sonne gemütlich gemacht. Und wie versprochen sind die Elefanten aufgetaucht. Erst waren nur zwei Bullen zu sehen und einige Minuten später kamen noch zwei Kühe mit Kleinen. Jetzt haben wir tatsächlich unsere ersten wilden Tiere in freier Wildbahn gesehen. Es ist schon ein Wenig unwirklich so nah an (relativ) freilaufenden Elefanten und Hippos zu sein.
Und wir hatten auch zuhause mal wieder tierischen Besuch. Diesmal war es ein zweischwaenziger Gekko, der unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Uns so sah er aus.

Ich habe Feuer gemacht!

Heute Abend, gerade als wir kochen wollten, hatten wir mal wieder einen Blackout. Also habe ich mich nochmal an unserem Kohlekocher versucht. Vor einiger Zeit haben wir uns extra Abfallholz aus meiner Werkstatt mitgenommen, weil wir das letzte Mal beim Kocher befeuern gescheitert sind. Heute war ich erfolgreich. Ich habe Feuer gemacht!!! Leider scheint die Kohle aber nicht so gut zu sein, denn sie ist ganz schwer in Gang zu bekommen und auch das Holz wollte erst, obwohl es staubtrocken ist, nicht wirklich brennen. Aber mit etwas Geduld und viel Hingabe habe ich es tatsächlich geschafft, dass man den Kocher benutzen konnte. Auch als der Strom wieder da war, hatten wir den Ehrgeiz unser Essen noch auf die malawische stromlose Art zuzubereiten. Und es hat wunderbar funktioniert. Jetzt können wir tatsächlich auch endlich beim Blackout was anderes als Brot essen. Ich bin heute meine eigene Heldin des Tages!!

@ Otte: Man gewöhnt sich an alles. Das Getier wird einfach unter Schalen und Dosen eingesperrt oder mit DOOM unschädlich gemacht. Nachts bekomm ich von ihnen nicht viel mit, nur wenn man mal übern Flur läuft. In meinem Zimmer hatte ich noch keine Kakerlake, aber eine Ameisenstraße im Schrank. Nerviger als die kleinen Tiere sind die Hühner und Hunde. Die Hühner wecken einen gerne mal so gegen 5 Uhr, wohingegen die Hunde die ganze Nacht durch heulen, bellen und knurren. Sie klingen meistens nicht ihrer Größe entsprechend laut, sondern zehn Mal größer und gefährlicher. Und letztes Jahr wurde hier ja auch schon eine Freiwillige von einem Hund gebissen. Nachts sollte man immer Steine dabei haben, um Hunde abzuwehren.
Die Hühner gehen nachts in ihre Häuser schlafen, sind aber sehr früh schon wieder unterwegs. Hute morgen saß ein Hahn direkt vor meinem Fenster und war lauter als mein Hörspiel, dass ich angemacht hatte um noch ein Wenig Schlaf zu bekommen. Als ich mein Hörspiel wegen dem Hahn nicht verstehen konnte, bin ich hinaus gegangen um das Sch***-Vieh zu vertreiben.