Donnerstag, 4. Februar 2010

kein Internet im TTC

ich sitze gerade im Internetcafe und will euch mal ein Bisschen von den letzten Tagen erzaehlen. Aber ich habe mal wieder nich alle Dateien auf dem USB-Stick, also erstmal ein paar Sachen:

Samstag (23.01.2010) war ich tatsächlich Dachdecker. Nachdem ich eine halbe Stunde vergeblich gewartet hatte und kurz davor war, mein ruhiges Wochenende einzuleiten, ist Mr. Lwinga in Kontakt mit mir getreten und wir haben uns getroffen. Mir einer schweren Leiter bepackt sind wir dann zum Boys-Hostel mit dem löchrigen Dach gegangen. Es war ideales Dachkletterwetter und mir wurde auch nur zwei Mal schwarz vor Augen, weil es so heiß war und die Sonne intensiv auf unsere Köpfe geschienen hat. Mit Hilfe eines Studenten wurden die Leckagen schnell gefunden und eliminiert. Hierzu wurde eine Abdichtungsfolie auf die Blechdächer geklebt und damit hatte es sich erledigt. Das haben wir dann auch noch bei unserem Haus gemacht, denn ich hatte ja auch eher eine Topfsteinhöhle, als ein Zimmer zum schlafen. Nur musste Mr. Lwinga bei uns erst immer noch die Regendämm-Dachziegel zur Seite räumen. Leider hat es in den letzten Tagen nicht geregnet, so dass ich noch nicht herausfinden konnte, ob das Dachabdichten erfolgreich war. Aber in den nächsten Tagen wird sich wohl mal die Gelegenheit ergeben.

Sonntag (24.01.2010) haben wir den Tag ganz ruhig anfangen lassen. Wir haben gemütlich gefrühstückt und danach ein Bisschen gelesen. Mama, das Buch „Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist echt gut und leider habe ich schon wieder über ein Drittel davon gelesen. Irgendwann habe ich mich dann dazu aufgerafft, den Theorieunterricht für den nächsten Tischler-Club vorzubereiten. Ich bin mal gespannt, wie viel ich davon so umsetzen kann, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe dabei zufällig festgestellt, dass am Freitag doch zwanzig Kinder in meinem Unterricht waren. Aber auf die zwei mehr oder weniger kommt es bei der Masse auch nicht mehr an. Immerhin lerne ich sogar langsam in paar Namen. Und ich hege ja immer noch den Plan und die Hoffnung, dass ich die große Gruppe irgendwann in mehrere kleinere Gruppen aufteilen kann.

Nachdem ich mit der Theorie fertig war, bin ich in meine Werkstatt gegangen. Auf dem Weg habe ich ein Chamäleon getroffen. Das war sooo toll! Ich habe vorher noch nie eines in freier Wildbahn gesehen. Und das hatte auch kaum Angst vor mir. Auf jeden Fall ist es ganz vornehm über den Weg stolziert. Nachdem ich das Tier genug gestalked und fotografiert hatte, habe ich angefangen das neue Werkstück, einen Jackenhaken, zu bauen. Leider hatte ich nicht so viel Ruhe dabei, wie ich mir gewünscht habe und wohl auch gebraucht habe. Auf jeden Fall, habe ich irgendwann aufgehört, weil mein Magen geknurrt hat und es langsam Zeit wurde Mittag zu essen. Der Rest des Tages war dann auch ganz entspannt.

Montag (25.01.2010) waren Lilli und ich dann, wie fast jeden Montag, erst einmal einkaufen. Wir hatten ziemlich Glück, denn wir haben sowohl in die Stadt, als auch zurück einen Lift bekommen. Deshalb waren wir auch ganz früh wieder zurück und ich hatte noch genug Zeit um in meiner Werkstatt ein Bisschen herumzuwerkeln und in den Computerraum zu gehen. Nach dem Mittagessen war dann mal wieder mein Tischler Club. Da ich mit der Theorie-Vorbereitung am Wochenende so viel Mühe gegeben habe, wollte ich die auch unbedingt durziehen, auf jeden Fall teilweise. Ich bin dann auf die schlaue Idee gekommen, den Raum mit den Werkzeugen und- stücken erst noch verschlossen zu halten. Die Kinder waren zwar erst ziemlich verwirrt, aber dafür hat der Theorieunterricht dann umso besser funktioniert. Die Verständigung läuft zwar immer noch nicht Einwandfrei, aber irgendwie lässt sich fast jedes Problem lösen. Da ich viel zu viel vorbereitet habe, muss ich für Freitag nicht so viel vorbereiten, denn ich habe doch gemerkt, dass die Kinder nach einiger Zeit ziemlich unaufmerksam werden. Viele sind ja auch noch nicht so alt. Und in der Demonstration School sind die Schulstunden der Jüngeren ja auch nur 30 Minuten lang. Dann haben die meisten ihren Klüpfel weiter gemacht und ein paar haben mit einer Kreuzüberblattung angefangen, weil ich vor dem eigentlich neuen Werkstück doch noch etwas Theorie machen wollte. Ist ja immer besser, die Theorie passend zum Werkstück zu lernen. Gegen 15:30 Uhr habe ich dann Schluss gemacht um vor dem „Theatre for a change“ noch ein Bisschen Pause zu haben. Ich habe mich dann mit Lilli auf unseren Facilitator gewartet, der uns dann mitgeteilt hat, dass kein Treffen stattfindet, weil die Studenten auf die Felder sollen. Über den früheren Feierabend waren wir auch nicht böse.

Heute (26.01.2010) bin ich nicht so früh aus dem Bett gekommen, wie ich eigentlich wollte. Da es bei uns in den letzten Tagen wieder richtig heiß ist, schlafe ich nachts nicht so gut und viel und deshalb kann es sein, dass ich mal morgens nicht so früh aufstehe, wenn ich keine Termine habe, wie heute. Nach dem Frühstück habe ich mich auf den Weg zu den Offices gemacht um einen Raumbelegungsplan zu bekommen. Leider gibt es hier so etwas nicht richtig. Also habe ich die nächste Zeit damit verbracht, mir einen selbst mit Hilfe der Studentenstundenpläne zusammen zu stellen. Damit ausgerüstet habe ich mich dann auf den Weg gemacht und heute insgesamt fünf Schlösser ausgetauscht. Wenn ich so schnell weiter arbeite, habe ich nächste Woche schon wieder nichts zu tun. Ein paar Schlösser waren ein Bisschen widerspenstig. Immerhin waren es diesmal die richtigen Schlösser und ich brauchte nicht allzu lange. Die längste Zeit brauche ich eigentlich dazu, einen leeren Klassenraum zu finden. Leider scheint mein Raumplan nicht 100 %-ig aktuell zu sein. So bin ich auch ein Mal in den Unterricht eines netten Lehrers geplatzt und ein anderes Mal kamen Studenten eine die Klasse, in der ich noch nicht ganz fertig war. Aber auch damit kann ich umgehen.

Heute Nachmittag hätte dann wieder „Theatre for a change“ sein sollen. Aber auch heute ist es ausgefallen, weil die Studenten zu einer Assambly sollten. Leider haben wir dann auch mal wieder ganz kurzfristig erfahren. Aber dafür haben wir heute wieder früher Feierabend, was auch ganz gut ist. Das Wetter ist im Moment echt ziemlich anstrengend und ich bin abends ziemlich K.O.. Aber zum Glück regnet es heute endlich mal wieder. Und bis jetzt scheint unser Dach tatsächlich keine Löcher mehr zu haben. Dann hat sich meine Arbeit ja gelohnt. Eigentlich müsste ich auch nochmal im Hostel einen Kontrollbesuch machen. Vielleicht morgen … Und wir haben gerade auch mal wieder Wasser, worüber wir echt richtig froh sind. Die letzten Tage hatten wir nämlich immer ein ziemlich großes Wasserproblem. Wir waren schon kurz davor, Wasser am Pumpbrunnen zu holen. Aber jetzt ist ja wieder alles gut.