Erstmal möchte ich mich für meine Schreibfaulität entschuldigen. Manchmal überfällt sie auch mich *gg*.
Nachdem ich die letzten Tage dazu genutzt habe, meine Werkstatt auf Vordermann zu bringen, sollte es heute endlich so weit sein. Ich habe mich auf meine erste Unterrichtsstunde vorbereitet, indem ich ein paar Werkzeuge gezeichnet habe und mir überlegt habe, womit man denn am besten anfängt. Von Hanna hatte ich erfahren, dass es ganz sinnvoll wäre mit Sägeübungen und so weiter anzufangen, also habe ich Material dafür vorbereitet.
Der Tag hätte heute so schön werden können. Die Sonne schien schon, als ich aufgestanden bin und ich konnte in kurzen Sachen zur Demonstration School zur Assambly gehen. Ach ja, ist ja immer so, ich bin ja in Afrika und wir haben noch Trockenzeit… Bei der Assambly wurde noch mal daran erinnert, dass heute der Carpentry-Club starten würde und dass ich in der ersten Pause kommen würde, damit alle Interessierten sich in meine Liste eintragen können. Überpünktlich saß ich dann auch wieder in der Schule und habe mir schon Gedanken gemacht, ob es wieder so viele werden würden, wie beim Fußball. Aber jetzt hatte ich ja die Klassen eingeschränkt. Ich wollte nur welche aus Standard seven and eight. Der Headteacher hat daraus leider six and seven gemacht. Trotzdem war ich noch guter Dinge, denn bei Hanna hatten sich auch nur insgesamt 15 Schüler und Schülerinnen gemeldet. Aber …. Zu früh gefreut. Mein platz in der Liste reichte nicht aus. Zum Schluss hatte ich 44 Namen notiert (immerhin nicht so viele wie beim Fußball *g*). Dann habe ich mit ein paar Schülern zusammen die Werkzeugkisten in meine Werkstatt gebracht. In “nur“ zwei Stunden habe ich es geschafft, alles einmal aus- und wieder sortiert einzuräumen und eine Werkzeugliste anzulegen. Dann habe ich erst einmal Mittagspause gemacht um mich zu stärken und zu erholen.
Leider konnte ich nicht richtig abschalten, denn ich hatte ja das Problem mit den vielen Schülern noch nicht gelöst. Theoretisch ist für zwölf Leute Platz an den Hobelbänken in der Werkstatt, für ungefähr sechs gibt es dann auch genug Werkzeug. Also habe ich beschlossen, nur die Standard seven Schüler zu “unterrichten”, denn das sind neun und das wird schon irgendwie klappen. Also hätte ich die anderen 35 Schüler davon überzeugen müssen, nach Hause zu gehen und sie auf später vertrösten.
Aber, weil ich ja hier in Malawi bin, kam natürlich alles ganz anders. Ich bin extra früher in die Werkstatt gegangen und habe schon mal die Werkzeuge und Material rausgesucht. Und wie passen jetzt 44 Schüler in meine kleine Werkstatt? Ganz einfach, indem sie nicht kommen. Nachdem ich vergebens eine ¾ Stunde gewartet habe, bin ich lieber nach Hause gegangen. Man gut, ich habe zwei mal den Club in der Demonstration School ankündigen lassen *g*. Vielleicht wird es ja nächste Woche etwas.
Zwei interessante Sachen sind heute noch passiert. Ich habe den Tischler des TTCs kennengelernt. Ja, ihr lest richtig, es gibt tatsächlich einen. Er wohnt in Kasungu und kommt nur her, wenn es Arbeit gibt. Ist ja auch schön, dass ich baden nach zwei Monaten mal kennenlerne. Aber ab nächster Woche werden wir wohl zusammen arbeiten. Und das Material muss ich, laut ihm, besser selber besorgen oder über den DED besorgen lassen, denn beim Principal kann man ewig darauf warten.
Und das zweite Neue ist, dass es heute geregnet hat. Heute Morgen dachte ich schon, dass es nach Regen aussieht. Natürlich habe ich das eher mit einem Schmunzeln gedacht, den immerhin bin ich in Afrika. Aber als ich heute Mittag dann in die Werkstatt gegangen bin, kamen tatsächlich ein paar Regentropfen vom Himmel und außerdem hört man die ganze Zeit lautes Donnergrollen. So langsam kommt wohl die Regenzeit. Ich freue mich ja schon riesig darauf, endlich zu erfahren, wie das ist.