Freitag, 18. September 2009

Kasungu

So, wie ihr vielleicht bemerkt habt hatte ich die letzten Tage kein Internet.

Am Montag den14.9. sind wir endlich zu unseren Einsatzorten gefahren worden. Unsere Schule ist ganz anders als die in Lilongwe. Kasungu ist viel ländlicher, offener und schöner. Wir wohnen zu zweit in einem Haus mit drei Zimmern plus Wohnzimmer und was man sonst noch so braucht. Als wir hier angekommen sind, war unser Haus noch bewohnt und unser Principal nicht aufzufinden. Mittlerweile sind wir alleine in unserem Haus, nur der Principal ist wohl noch bis Ende der Woche auf einem Seminar. Aber sein Stellvertreter, der Deputy, hat uns herzlich aufgenommen.

Mein Tischler-Kollege Mr. Lwinga hat uns am ersten Tag hier begleitet und bei allem geholfen. Bei Fragen können wir immer zu ihm kommen. Abends hat er uns dann noch zwei weitere Lehrerinnen vorgestellt. Die meisten Lehrer leben in Häusern hier um uns herum.

Im Laufe des Tages haben wir uns in unserem Haus eingerichtet und ich habe das erste Mal Wäsche gewaschen. Wenn man hier Wäsche auf der Leine draußen trocknet, muss man diese später bügeln um die Mangofliegen abzutöten, die ihre Eier darin ablegen. Ansonsten bohren sich die Dinger, wenn die geschlüpft sind in die Haut. Und das möchte ich eigentlich nicht.

Dienstag, 15.9.2009

Dienstag sind wir von eine Lehrerin abgeholt worden, die uns Kasungu zeigen sollte. Wir waren in allen wichtigen Shops und auf dem Markt. Kasungu-city ist auch um einiges schöner als Lilongwe. Hier kann man es echt aushalten *gg*. Hier fahren aber nicht so viele Minibusse, so dass man eigentlich immer zu Fuß in die Stadt muss. Oder, wenn man Geld hat und faul ist, kann man ein Fahrradtaxi nehmen. Wir sind aber bis jetzt immer zu Fuß gegangen. So sieht man viel mehr von der Umgebung. Wir wohnen nämlich ganz in der Nähe von einem tollen Berg, denn wir bestimmt auch noch mal besteigen werden. Wenn ich es schaffe, werde ich demnächst davon mal ein paar Bilder hochladen. Im Moment geht es nicht, weil ich meinen Laptop nicht benutzen kann, weil ich mein Ladekabel in Lilongwe vergessen habe. Ich hoffe, ich bekomme es wieder, spätestens am 5. Oktober in der deutschen Botschaft.

Mittwoch, 16.9.2009

Am Mittwoch wurden wir von einem Lehrer abgeholt und mit zur Demonstration School genommen. Die Studenten hier am TTC haben noch Ferien, deshalb können wir noch nicht mit ihnen arbeiten, deshalb sollen wir erst einmal in die Demonstration School gehen. Wir wurden dort kurz ein paar Leuten vorgestellt und wollten dann zum Deputy, der aber mal wieder nicht da war. Also sind wir zurück in unser Haus gegangen.

Kurz nach Mittag sind wir von Jim abgeholt worden, weil wir in die Stadt wollten und man uns noch nicht alleine gehen lassen wollte. Mit Jims Hilfe haben wir dann eingekauft. Wir haben auch fast alles bekommen, was wir wollten. Nur „echte“ Milch zu bekommen ist hier ein Wenig schwer. Also haben wir uns entschlossen erst mal Milchpulver auszuprobieren. Und wider Erwarten ist es ganz okay.

Den Rest des Tages haben wir gemütlich zuhause verbracht. Man freut sich zwar hier sehr, dass wir da sind, nur scheint es so, dass nicht allzu viel für uns vorbereitet ist. Arbeitspläne haben wir noch nicht bekommen. Ich bin gespannt, ob wir überhaupt welche bekommen. Ansonsten werde wir eben gucken, wa sich so hier tun lässt.

Heute, 17.9.2009

Heute sollten wir schon um 7 Uhr in der Demonstration School sein und das haben wir dann auch gemacht. Wir wurden wieder einigen Lehrern vorgestellt und dann durften wir das erste Mal bei einer Assambly dabei sein. Es war schon ziemlich beeindruckend, wie die ganzen Schüler da vor uns standen und dann zum Schluss die malawische Nationalhymne gesungen haben. Danach waren wir noch mal kurz beim Deputy, bevor wir uns eine Englischstunde in der Schule angesehen haben. Und jetzt sitze ich gerade auf meinem Bett und tippe. Alina schläft.

Nachher wollen wir uns zusammen etwas zum Mittag kochen und dann nachmittags mal den Computerraum aufsuchen. Hoffentlich funktioniert das Internet dort wieder, denn so wie es scheint, wurde die Rechnung das letzte Mal nicht bezahlt und deshalb das Internet abgeschaltet.

Also, wenn ihr das hier lesen könnt, dann war ich wohl mal wieder erfolgreich im Internet.

PS:

@Wiebke: Wenn ich wieder Geld auf dem Handy habe, rufe ich dich an

Neues heute, 18.09.2009

Ja, so wie man sieht hat das gestern doch noch nicht mit dem Internet funktioniert. Aber heute gehts.

Heute morgen waren wir wieder in der Demostration School und haben uns Chichewa-Unterricht angesehen. Da wir in Standard 5 waren, haben wir kein Wort verstanden. Aber wir haben, wie schon das letzte Mal gesehen, dass der Tuergriff abgefallen war. Also haben wir versprochen, dass wir spaeter wieder kommen werden um es zu fixen.

Und das haben wir dann auch tatsaechlich auch geschafft. Aber wir haben rausgefunden, dass nicht nur der Griff abgefallen war, sondern das Schloss einiges an Oel gebraucht hat. Aber auch das Problem konnten wir loesen. Und jetzt bin ich im Internet !!!!

Sonntag, 13. September 2009

Minibusse 2

Heute war die Landesdiekrtorin noch mal bei uns, natürlich wieder verspätet. Aber dafür haben wir dann auch ganz viel über Entwicklungszusammenarbeit erfahren.
Ab Mittag hatten wir dann den Rest des Tages Freizeit. Wir sind dann in mit einigen zum Essen gegangen. Danach haben wir für die nächsten Tage eingekauft. Die Minibusfahrten waren wieder abenteuerlich. Einer der Busse hat beim Fahren immer gequalmt. Erst dachten wir, es wäre nur Qualm von einem brennenden Müllhaufen neben der Straße. Aber als es nicht aufhörte zu qualmen wurde uns klar, dass es wohl doch unser Bus sein müsste. Der Conductor, also der Geldeinsammler, im Bus meinte dann zu uns, als unsere fragenden und skeptischen Blicke sah „I´ts because the bus is a new one“. Mit der Erklärung haben wir uns dann auch zufrieden gegeben *gg*.
In einem anderen Bus saßen wir mit 21 Menschen. Ist ja für einen Bus hier auch nicht ungewöhnlich. Nur sollte man bedenken, dass die Busse eigentlich Neunsitzer sind. Aber es hat gepasst. Es war auch nicht schlimm, dass der Conductor eine Weile auf meinem Knie gesessen hat.
Und im letzten Bus bin ich mit meinem Rock an irgendeinem Haken oder Metallteil hängen geblieben. Aber der Rock ist noch tragbar und hat kein Loch. Nur das Muster ist an einer Stelle nicht mehr ganz original.
@M: ich habe, so weit ich weiß, Fotos und Videos von den Kakerlaken. Aber ich finde gerade mein Kabel für die Camera mal wieder nicht. Wenn ich dann morgen an meinem Einsatzort angekommen bin und mich eingerichtet habe und das Kabel gefunden habe, werde ich mal ein paar Videos oder Fotos hochladen. Das alles natürlich nur, wenn das Internet da einigermaßen funktioniert….

von kakerlaken und Mücken

Hier in Malawi gibt es so allerlei Getier mit dem man zusammen leben muss oder es einfach gezwungenermaßen tut.
Zum einen wohnen bei uns hier im Haus, genauer gesagt im Badezimmer, noch genauer, unter der Badewanne, Kakerlaken. Und wie es so schön heißt, andere Länder, andere Sitten. Also sind hier die Kakerlaken nicht klein, sondern fast so groß wie mein Daumen. Sie wären mir ja total egal gewesen, wenn sie mir nicht aus dem Badezimmer in den Flur und dann in unser Schlafzimmer gefolgt wären. Also sah ich mich gezwungen, zwei Kakerlaken hinterher zu jagen und sie mit Becher und Pappdeckel einzufangen. Und da ich kein Tierquäler bin, wollte ich die Viecher über unsere Mauer werfen. Tja, leider haben sie es nicht ganz über die Mauer geschafft. Aber immerhin können sie jetzt gemütlich im Garten wohnen. Wahrscheinlich ziehen sie bald wieder ins Badezimmer ein, aber wir ziehen ja bald aus.
Und jetzt zu den Mücken. Seitdem ich ein Anti-Mücken-Spray benutze lieben die Mücken mich. Ich habe mittlerweile schön zerstochene Füße. Andere Körperteile scheinen den Tierchen nicht so gut zu gefallen. Was mich besonders freut ist, dass wir seit Tagen von einer Mücke nachts in unserem Bett unter dem Moskitonetz besucht werden. Aber so weit ich heute Morgen sehen konnte, wurde ich diese Nacht nicht weiter gestochen. Aber durch das Summen werde ich vom Schlafen abgehalten und das nervt mich schon ein Wenig. Aber sobald es hell ist und ich nicht mehr schlafen kann, sind die Viecher dann auch weg.