Montag, 5. Juli 2010

Hochzeit auf malawisch

Nachdem wir letzte Woche zum Bridal Showering waren, gab es an diesem Wochenende die dazugehörige Hochzeit.


Morgens haben Peter, Lilli und ich uns die CCAP-Kirche in der Stadt geben. Wir hatten Glück, dass wir nicht laufen mussten, weil wir einen Lift bekommen haben. So waren wir so pünktlich, dass wir uns erst einmal umsehen konnten. Die Kirche war schön hergerichtet und wir konnten auf den malawitypischen Plastikstühlen platznehmen. Es wurde, um die Zeit zu überbrücken bis das Brautpaar kommt, schon mal gesungen und getanzt. Und wir konnten den Verwandten, vor allem Agogo, von der Braut „Hallo“ sagen.
Nach kurzer Zeit konnte dann die Trauung beginnen. Erst haben die Trauzeugen und –zeuginnen tanzend zu ihrem Platz gefunden, gefolgt von den „Blumenkindern“. Jedoch haben die Kinder keine Blumen gestreut, sondern Puffs, das sind so seltsame runde Dinger, die man Essen kann, ähnlich wie so Chips-Wuermer. Und dann kam endlich das Brautpaar. Braut und Bräutigam wurden von ihren Vätern aufeinander zugeführt und durften dann zusammen hinter ihnen zum Altar gehen. Wir waren ziemlich gespannt darauf, welche Farbe die Braut tragen würde. Da schon das Bridal Showering eine Mischung aus traditionellen und modernen Elementen war und auch der Kleidungsstil sich entsprechend von der einen zur anderen Frau unterschied, waren wir zwischen traditionellen Stoffen, bunt oder weiß hin und her gerissen. Und dann wurden wir endlich von unserer Ungewissheit erlöst. Die Braut hatte ein wunderschönes weißes Kleid an.
Die Zeremonie vor dem Traualtar war dann ganz ähnlich, wie ich sie auch schon in Deutschland erlebt habe. Erst wurde gebetet, dann ein Bisschen gesungen und später die entscheidende Frage gestellt. Das meiste war nur ein Bisschen lebhafter und weniger steif als wir es gewohnt sind. Und kurz vor der entscheidenden Frage wurden erst die Väter gefragt, ob sie denn mit der Heirat einverstanden sind. Danach durften sich auch Braut und Bräutigam das Ja-Wort geben. Dann wurden noch die Ringe ausgetauscht und dann …

… Schluss – kein Kuss!

Hier in Malawi wird sich nicht in der Öffentlichkeit geküsst und schon gar nicht vor Kindern. Das fanden wir ziemlich schade. Aber die kirchliche Trauung war trotzdem schön.

Danach haben wir uns auf den Weg zurück zu College gemacht, denn die Feier sollte erst nach dem Mittag bei uns in der hall weiter gehen. Da sind wir dann natürlich auch hingegangen um unsere guten Wünsche und ein kleines Geschenk zu übergeben. Leider kam das Brautpaar ziemlich spät an und dann waren die ersten Programmpunkte wie beim Bridal Showering, wodurch das ganze für uns an Faszination verloren hatte. Und dann mussten wir weg um Fußball zu gucken. Ich glaube, dass wir ein paar interessante Programmpunkte verpasst haben, aber man kann ja nicht alles haben. Außerdem hatte ich vorher schon das Glück, dass ich mit beiden Agogos tanzen konnte und darüber habe ich mich sehr gefreut.