
Heute Morgen habe ich mir den Gang zur Assambly in der Demonstration School gespart, denn die letzten Male habe ich dort nie den Lehrer angetroffen, der für die Fußbälle zuständig ist. Ich habe lieber ausgeschlafen (bis 8 Uhr) und bin dann in meine Werkstatt gegangen, weil ich dort mit einem Lehrer des Colleges verabredet war, der mich jetzt aber auch zum dritten Mal versetzt hat. Aber so habe ich in den letzten Tagen und heute es geschafft, ein Bisschen Werkzeug auf Vordemann zu bringen und Material für den nächsten Tischler-Club vorzubereiten. Nachdem ich genug gewartet habe – ich finde 1 ½ Stunden sind genug – bin ich zur Demonstration School gegangen um vielleicht doch noch den Fußball-Lehrer zu treffen. Leider kam ich nicht während einer Pause, aber trotzdem hatte ich Erfolg. Ich habe dann auch gleich erfahren, dass die Schüler heute länger Unterricht haben, was mir über eine halbe Stunde Warterei ersparen sollte. Beim Mittag musste ich mich dann ein Bisschen beeilen, weil ich mich ein Bisschen in der Zeit verkalkuliert habe. Als ich dann in der Demo ankam, war der Unterricht gerade beendet. Leider habe ich dann noch keine Fußball-Mädchen gesehen. Aber der Sportlehrer, hat dann ein paar zusammen getrommelt, die Interesse hatten. Auf eine Liste habe ich ja verzichtet. Es kommen sowieso nie die Schüler, die auf der Liste stehen. Mit einem Ball uns circa zehn Mädchen habe ich mich dann auf dem Weg zum Fußball-Platz gemacht. Obwohl ich mich eigentlich ganz gut vorbereitet habe, musste ich ein Bisschen improvisieren. Hier ist eben viel nicht planbar. Nach und nach kamen immer mehr Mädchen dazu und auch ein paar Jungs haben uns zugeguckt. Und ich habe dann tatsächlich eine Stunde lang Fußball-Training gemacht. Da der Sportunterricht in der Mittagshitze stattfindet, war ich schon nach dem Aufwärmen durchgeschwitzt. Aber als ein paar Wolken vor die Sonne zogen, war es eigentlich ganz angenehm. Eigentlich haben die Mädchen auch bei allen Übungen gut mitgemacht. Leider gab es manchmal größere Verständigungsprobleme. Und ganz gegen meine Gewohnheit, musste ich manchmal meine Stimme erheben, was aber eigentlich nur daran liegt, dass so ein Fußballfeld ein Wenig größer ist und man weiter auseinander steht, als bei normalen Gesprächen. Und es hat tatsächlich Spaß gemacht und auch hier freue ich mich auf die nächste Stunde. Leider sind ja ab Montag erst einmal wieder Weihnachtsferien. Aber die Demo macht ja wieder am 28.12.09 auf. Nur muss ich sehen, ob ich es da schaffe, dann die Clubs zu machen. Denn eigentlich haben wir bis zum 3.1.2010 frei. Aber wenn ich hier in Kasungu bin, werde ich wohl die Zeit finden …
Aber auch das konnte mir meine Vorfreude aufs Tischlern nicht nehmen. Ich habe dann auch die Werkstatt auf den ersten Unterricht vorbereitet. Als erstes wollte ich mit ein bisschen Theorie anfangen, denn man muss ja erst wissen, was man gerade in der Hand hat, bevor man damit arbeiten kann. Ich habe also ein paar Werkzeuge auf einer Hobelbank verteilt und vor längerer Zeit ja auch schon ein paar Bilder gemalt dazu. Um 13:05 Uhr habe ich die Glocke der Demonstration School gehört und mich darauf eingestellt, meine „Klasse“ in Empfang zu nehmen. Die nächste dreiviertel Stunde tat sich aber leider nichts. Gerade als ich mir überlegt hatte, alles Sachen wieder in ihren Kisten zu verstauen kamen die ersten Schüler in meine Werkstatt. Der Unterricht in der Demo ist ausnahmsweise mal länger gegangen. Nachdem ich ein paar der Jungs, die da in meiner Werkstatt standen, nach ihren Namen gefragt habe, wurde mir klar, dass keiner von ihnen auf meiner Liste stand. Also durften sie sich in eine neue Liste eintragen. Danach habe ich tatsächlich mit zehn Schülern, leider alles nur Jungen, ein Bisschen Unterricht gemacht. Außer dem Hammer und dem Schraubendreher waren keine Werkzeuge bekannt. Aber so habe ich wenigstens ganz viel, was ich ihnen beibringen kann *g*. Nach etwas mehr als einer halben Stunde habe ich den Unterricht dann beendet, weil ich das Gefühl hatte, das die Konzentration und Motivation auf beiden Seiten, also bei mir und bei den Schülern, anfing nachzulassen. Leider sind ja ab Freitag erst einmal wieder Ferien, aber ich habe mir überlegt, am Freitag noch eine Stunde Carpentry-Club zu machen. Heute habe ich dafür schon Material vorbereitet. Vielleicht werde ich die zehn Jungs sowieso in zwei Gruppen aufteilen, weil ich nicht so viel Werkzeug und Hobelbänke habe. Ich bin sowieso gespannt, wer beim nächsten Mal dabei ist. Auf jeden Fall hat mir die Arbeit mit den Kindern echt Spaß gemacht. Und ich freue mich schon auf die nächste Stunde.
