Donnerstag, 1. Oktober 2009

29.09.09
Hallo,
wie schon erwähnt, sollten wir heute unsere Supervisor treffen und mit ihnen die Monatspläne ausarbeiten. Vor dem Büro des Principals saß dann auch schon eine Frau, die sich als Mr. Majongo (Ich hab den Namen bestimmt jetzt total falsch geschrieben, ich muss nochmal rausfinden, wie er richtig geschrieben wird…) vorgestellt hat. Auch sie sollte zum Principal, wusste aber noch nicht genau warum. Wir konnten sie dann aufklären, denn wir wussten, dass wir mit unseren Supervisorn in Kontakt treten sollten und das heute im Büro des Principals und sie sollte Alina Supervisor sein. Mein Supervisor, Mr. Luwinga, kam dann auch kurze Zeit später. Und man höre und staune, auch der Principal war da und hatte das Meeting nicht vergessen. Er hat dann nochmal unseren Supervisorn erklärt, was von uns erwartet wird und welche Funktion wir hier haben sollen. Wir sind hier nicht als Experten, sondern nur zur Unterstützung. Aber „Keep them busy!“ zeigt wohl, dass wir uns hier nicht auf die faule Haut legen können und das natürlich auch gar nicht wollen. Ich bin bereit, endlich anzupacken.
Nachdem alles mit dem Principal besprochen war, hatten wir 20 Minuten Zeit kurz den Computerraum zu besuchen, bevor wir endlich dem TTC-Staff vorgestellt wurden. Die Vorstellung war mal wieder very short, das Meeting leider nicht. Nach 1 ½ Stunden durften Alina das Treffen verlassen, das noch nicht zuende war. Eigentlich waren die Gespräche schon interessant, nur leider wurden wir massiv von einer penetranten Müdigkeit überfallen und waren dann froh, als wir gehen durften. Wir mussten dann nur kurz warten, bis wir uns mit unseren Supervisorn zusammen setzen konnten und erst einmal aufgeschrieben haben, was wir denn so tun können. Ja, busy werde ich wohl echt sein *g*. Dann haben wir noch aufgeschrieben, was wir zu unserer Pflichterfüllung noch brauchen. Denn das größte Problem wird wohl hier nicht der Mangel an Arbeit sein, sondern der Mangel an Materialien die man zum Arbeiten braucht. Es wird nämlich wohl nicht möglich sein, Stühle und Türen zu reparieren, wenn man kein Werkzeug und kein Holz hat. Und das muss zum Teil noch besorgt werden. Aber ich habe heute erfahren, dass ich noch einen kleinen Dickenhobel bekommen soll. Das bin ich mal richtig gespannt. Nachdem alles Nötige aufgeschrieben war, wurden und nochmal unsere Arbeitsplätze, das Office für Expressive Arts und meine „Werkstatt“ gezeigt. Ich werde in den nächsten Tagen mal meinen zukünftigen Arbeitsplatz für euch fotografieren und wenn ich ihn eingerichtet habe, werde ich euch auch mein Werkzeug zeigen. Zum Schluss haben wir uns noch die Sportplätze angesehen. Bevor die ordentlich genutzt werden können, muss noch einiges geschehen. Aber das wird schon alles. Unser erster Plan ist es, die Tore und sowohl Net-, als auch Basketballkörbe zu streichen und uns mal umzusehen, was sonst noch so zu tun ist. Eigentlich ist unser Monatsplan für Oktober, einen Plan zu erstellen. Das klingt vielleicht ein Wenig komisch, aber so ist das hier. Die Zeit spielt hier nicht so eine große Rolle. Es wird einfach alles dann gemacht, wenn man es gerade macht. So einfach. Bis jetzt bin ich damit auch ganz gut klar gekommen. Und ich glaube, ich werde damit auch weiterhin keine Probleme haben.
Ein anderes Problem ist zur Zeit unsere Wasserversorgung. Wir kommen ganz gut damit klar, wenn das Wasser von zeit zu Zeit mal weg ist. Nur heute ist es leider den ganzen Tag noch kein Wasser da gewesen und ich würde schon gerne mal duschen. Und so langsam gehen auch unsere Wasservorräte zur Neige. Wenn nicht bald wieder Wasser da ist, müssen wir tatsächlich zu einer Pumpe laufen und dort Wasser pumpen. Aber Hanna hat uns erzählt, dass die Situation bei ihr und Esther nur ein Mal aufgetreten ist. Und wir hoffen einfach darauf, dass das Wasser bald wieder da ist. Ab Dezember fängt ja auch die Regenzeit an und dann gibt es wieder Wasser. Nur muss man dann vorsichtiger mit dem Wasser sein und es immer abkochen. Jetzt reicht es, wenn wir es einfach durch so komische Filter gießen ….wenn es denn da ist … Was mich bis jetzt sehr wundert ist, dass ich bis jetzt durch die Essens- und Wasserumstellung noch keine Magenprobleme oder sonstiges hatte. Aber in der Regenzeit wird es wohl dann kommen, weil es da mehr Keime und Seuchen und son Kram geben wird. Aber dann werde ich eben ein Wenig mehr aufpassen, was ich bis jetzt noch nicht so wirklich mache.

30.09.2009
Das Wasser ist gestern gegen 23 Uhr wieder gekommen und war dann tatsächlich heute Morgen auch noch nicht wieder weg. Aber da wir keine Lust hatte noch früher als nötig aufzustehen, haben wir heute Morgen nicht geduscht. Und als wir dann, nachdem wir bei der Assambly in der Demonstration School waren, wieder gekommen sind, war das Wasser natürlich wieder weg. Also heute wieder ein Tag ohne Duschen. Aus der Schule haben wir uns heute abgemeldet, um ganz viel Zeit zu haben um zum Einkaufen in die Stadt zu gehen. Mit einer langen Einkaufsliste, Rucksack und bei noch angenehmen Temperaturen haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Erst einmal haben wir Alinas Sachen vom Schneider abgeholt. Hier in Malawi ist es üblich sich Stoff auf dem Markt zu kaufen und sich dann vom Schneider Kleidungsstücke daraus nähen zu lassen. Ich habe bis jetzt noch keinen Stoff gefunden, denn ich als Kleidungsstück hätte haben wollen. Aber eigentlich wollte ich mir auch noch ein typisches Malawisches Kleid schneidern lassen.
Als nächstes sind wir zu dem Teil des Marktes gegangen, auf dem man Lebensmittel kaufen kann. Wir haben dann Tomaten, Salat, Paprika und einiges anderes gekauft. Gerade als wir gehen wollten, sind uns noch komische Schoten ins Auge gefallen. Nachdem wir uns vergewissert hatten, dass das tatsächlich Okra-Schoten sind, haben wir die dann auch gekauft. Hanna hatte uns nämlich davon erzählt und wir wollten die auch gerne mal austesten. Hier in Kasungu kann man echt gut auf dem Markt einkaufen und wir nicht so über den Tisch gezogen, wie es in Lilongwe versucht wurde. Aber gehandelt haben wir trotzdem. Und meistens auch mit Erfolg.
Nachdem unsere Ernährung gesichert war, haben wir uns einem großen Problem gestellt. Wir wollten einen stromlosen Kocher kaufen. Von einem Lehrer wurde uns ein Laden empfohlen, in dem man angeblich diese Charcoal-Kocher ganz billig kaufen könnte. Nach einigem Suchen haben wir den Laden gefunden, doch Kocher konnte man dort leider nicht kaufen, aber wir wurden auf den Markt weiter verwiesen. Also haben wir versucht der Wegbeschreibung zu folgen und einen Kocher zu kaufen. Nachdem wir kurz vorm Aufgaben waren, hat uns ein Malawier den Weg gezeigt und wir haben tatsächlich einen Kocher gefunden. Es war der letzte Kocher und wir mussten ziemlich handeln um einen einigermaßen ordentlichen Preis zu bekommen. Ich gehe zwar davon aus, dass wir trotzdem ziemlich übers Ohr gehauen worden sind. Aber umgerechnet 2 Euro für unseren Kocher ist schon okay. Jetzt können wir auch endlich bei Stromausfall warm essen.
Danach haben wir nur noch ein paar Kleinigkeiten gekauft, bevor wir dann nach Hause gegangen sind. Zuhause hätten wir gerne geduscht, doch wir haben immer noch kein Wasser. Den Rest des Tages werden wir ruhig angehen lassen und heute Abend Kartoffeln mit Allerlei kochen.


1.10.2009

Heute waren wir kurz in der Demonstration School und sind dann in die Stadt gegangen. Wir haben unsere Stromrechnung bezahlt, dafuer geht man hier mit einer Rechnung einfach zur Stromgesellschaft, fragt wie viel noch auf dem Account ist und bezahlt dann die Balance. Aber die Stromgesellschaft ist hier nicht so zuverlaessig. Es kann mal sein, dass man mehrere Monate keine Rechnung bekommt. Und ich habe endlich Stoff fuer Klamotten gekauft.

In der Schule haben wir heute erfahren, dass Alina schon heute Sport geben durfte. Wir waren nicht ganz so begeistert, sind aber hingegangen. Alina war dann beim Netball und ich war beim Fussball. Ist ja schon ein bisschen her, dass ich Sport gemacht habe. Natuerlich habe ich jetzt wieder ein kaputtes Knie (bin es einfach nicht gewoehnt auf Sand zu spielen) und ich hab natuerlich auch wieder einen Ball ins Gesicht bekommen. Aber ich lebe noch, bin nur jetzt total k.o.. Und ich freu mich schonn drauf wieder zu spielen und meinen eigenen Girls-Fussball-Club zu starten.

1 Kommentar:

  1. Auf Deine Bekleidung bin ich gespannt. Scheint ja nicht lange zu dauern, bis der Schneider fertig ist.
    Herzlichen Glückwunsch zu dem Kocher! Schön dass Du ihn gleich fotografiert hast, ich habe schon gerätselt, wie er aussieht. Mir scheint, Ihr habt viel Zeit zum Einkaufen. Kannst Du nicht mal ein Foto vom Markt einstellen?
    L.G. M.

    AntwortenLöschen