Mittwoch, 7. Oktober 2009

one weekend in Lilongwe

So, jetzt bin ich wieder zurück aus Lilongwe und es wird Zeit das Erlebte zu Papier zu bringen. Aber, damit auch ihr wisst, was so passiert ist, benutze ich das virtuelle Papier meines Blogs.

Freitag bin ich rechtzeitig mit Hanna aufgebrochen. Unsere Sachen hatten wir schon Donnerstag gepackt. Alina wollte uns erst am Sonntag nachfolgen. Also sind wir zu zweit in Richtung Stadt aufgebrochen. Hanna hat noch einen kurzen Abstecher zum Schneider gemacht, während ich direkt zur National Bank gegangen bin. Von hier sollten wir von unserem Mentor mitgenommen werden. So konnten wir Geld sparen und ein Wenig gemütlich reisen. Pünktlich standen wir Abfahrbereit am Treffpunkt. Gerade, als wir dann unseren Mentor anrufen wollten, der schon eine Stunde überfällig war, kam er um die Ecke gebogen. Er hatte schon den ganzen Morgen versucht uns zu erreichen, doch das Handynetz war mal wieder wie Lotto spielen. Man musste ganz großes Glück haben um mal durchzukommen. Der Grund für die Verspätung war das Auto, das die Abfahrtszeit wohl zu früh fand und erst mal gestreikt hat. Wir hätten übrigens auch gerne noch länger geschlafen. Aber wir waren dann sehr froh, als es tatsächlich endlich los ging. Nach knappen zwei Stunden wurden wir dann von unserem Mentor abgeladen und haben uns auf dem Weg zum Mabuya-Camp gemacht, wo wir die kommenden Nächte verbringen wollten, jedenfalls die Teile, in denen wir schlafen wollten *g*. Unsere Unterkunft war okay, obwohl wir vielleicht gerne einen anderen Mitbewohner gehabt hätten, aber den haben wir ja auch nur morgens und abends um uns gehabt. Aber ansonsten konnte sich unser Zuhause auf Zeit sehen lassen. Der gemütliche Garten und der schöne Pool waren wirklich einladend und die Preise bezahlbar. Den Abend des Tages haben wir dann mit den Freiwilligen der zweiten Ausreisegruppe, einigen Leuten der Partnerorganisationen uns auch ein paar Freiwilligen der ersten Ausreisegruppe verbracht, denn wir kamen pünktlich zur Willkommensparty. Als es dann langsam Nacht wurde, sind wir nach Hause gefahren worden. Hanna hat es dann nicht im Camp gehalten und sie hat noch ein Wenig das Nachtleben in Lilongwe genossen. Ich musste mich ausruhen, fielen mir doch schon fast die Augen zu.

Am Samstag haben wir uns dann Frühstück beim Shoprite gekauft und waren mal wieder die Attraktion als wir uns zu einem Picknick an den Straßentand gesetzt haben. Später sind dann zwei andere Freiwillige noch zu uns gestoßen, mit denen ich später eine malawische Trommelgruppe besucht habe. Wir haben mal wieder festgestellt, dass wir Deutschen den Rhythmus nicht unbedingt im Blut haben. Bei den Einheimischen sah das alles ganz leicht aus und wir sind größtenteils kläglich gescheitert. Aber immerhin konnte ich den Takt halten. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man mit Drumsticks oder mit den bloßen Händen eine Trommel bearbeitet. Als Hanna dann zurück zum Camp wollte, hab ich mich dann auch aufsammeln lassen, um die Strecke nicht zu Fuß zurücklegen zu müssen. Abends haben wir uns dann mit ein paar anderen ins Nachtleben gestürzt und sind zur „Lake of Stars pre Party“ gegangen. Hier habe ich die Trommler vom Nachmittag wiedergetroffen und auch den Iren und die Italienerin, die mir von da an ständig über den Weg laufen sollten in Lilongwe. Die Party wurde ganz lustig, auch wenn ich doch wieder recht müde war. Und auch die Musik gehört eigentlich nicht zu den von mir bevorzugten Stilrichtungen. Aber ich habe trotzdem ein Wenig getanzt, immerhin habe ich mich so vom Einschlafen abgehalten. Und ehrlich gesagt hat es auch wirklich Spaß gemacht.

Am Sonntag haben wir dann morgens Alina vom Busdepot abgeholt. Dann sind wir gemeinsam über den Holzmarkt gegangen, den wir vorher schon mal besucht hatten. Hier kann man sich kaum vor aufdringlichen Verkäufern retten. Und man braucht ziemlich starke Nerven um den Besuch des Marktes ohne Zusammenbruch zu überstehen. Aber es gibt auch viele interessante Sachen zu kaufen. Und wenn ich nicht nur 20 kg Gepäck mitnehmen dürfte und auch der Platz im Koffer sehr eingeschränkt wäre, würde ich wohl eine ganze Menge Geld dort lassen. Aber so komme ich meiste recht billig davon. Abends hatten wir noch überlegt in eine Bar zu gehen, aber leider hat uns die Müdigkeit einiger einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Montag haben wir uns dann mit Alina und zwei anderen Freiwilligen getroffen und haben uns in Lilongwe umgesehen. Wir haben richtig lecker und ganz billig auf dem Markt gegessen und uns dann recht früh wieder verabschiedet. Ich bin dann mit Hanna zurück zum Camp gegangen, wo wir uns dann ein Wenig ausgeruht haben, bis wir abends abgeholt worden sind. Am Montag Abend waren wir beim Deutschen Botschafter eingeladen um den Tag der Deutschen Einheit zu feiern (was eigentlich der Grund war, warum wir überhaupt nach Lilongwe gefahren sind). Der Deutsche Botschafter und ein Malawier – leider weiß ich nicht wer das war – haben Reden gehalten, in denen nochmal auf den Grund der Feier hingewiesen worden ist. Für uns Freiwillige gab es eigentlich nur den Grund, dass wir uns alle mal wieder treffen konnten. Urlaub dürfen wir ja noch nicht nehmen, aber so konnten wir ein schönes verlängertes Wochenende genießen. Die Party wurde dann auch tatsächlich ganz lustig, obwohl wir am Anfang doch alles als recht steif empfanden. Gegen Mitternacht lag ich dann im Bett.

Dienstag (heute) haben Hanna und ich uns dann mit Alina getroffen um noch kurz Einkaufen zu gehen. In Lilongwe sind viele Sachen billiger als in Kasungu und es gibt eine größere Auswahl. Zufällig haben wir dann noch ein paar andere Freiwillige getroffen, die auch gerade auf dem Nachhauseweg waren. Wir sind dann gemeinsam ein Stück gegangen, bis jeder seinen Bus bestiegen hat. Leider gab es bei uns keine Sitzplätze mehr, doch hatte ich das Glück, dass ich trotzdem mit einer halben Hälfte meines Hinterns Platz nehmen durfte. Nach 2 ½ Stunden haben wir dann das hiesige Busdepot erreicht und die restliche Strecke auf einem Fahrradtaxi zurückgelegt. Jetzt sind wir froh wieder zuhause zu sein. Reisen ist hier immer ziemlich anstrengend, deshalb hätte ich auch gerne geduscht, aber wir haben mal wieder kein Wasser. Da sach ich nur „Home sweet home!“

3 Kommentare:

  1. Na Wibi, jetzt texte ich mal was. Also Du hast kein Wasser gehabt zum duschen ? Das wäre hier kein Problem gewesen, am Samstag hat das den ganzen Tag wie aus Eimern geregnet, Dusche wäre da locker drin gewesen.
    Und bei dem Handynetz dort unten ist es ja ganz gut, wenn man sein Handy einfach mal 1 Jahr ausgeschaltet lässt.

    Sag mal, kommst Du nächstes WE zum "einen heben" ? Vielleicht hat Börn ja auch Zeit ?!

    Otte

    AntwortenLöschen
  2. Hast Du keine Fotos vom Mabuya-Camp samt Garten und Pool? M.

    AntwortenLöschen
  3. @ Ottfred: ein Handy ist hier in Malawi ueberlebenswichtig. man braucht nur Geduld... Und natuerlich komm ich um einen mitzutrinken, aber nur, wenn ihr mich dann nach Hause bringt.

    @M: Fotos vom Camp gibt es in den naechsten Tagen

    AntwortenLöschen