Dienstag, 23. Februar 2010

Ich, mein Held des Tages

Wir haben ein Problem! Gestern Morgen ist ein Auto neben unser Haus gefahren. Das ist noch kein Problem gewesen, hat uns aber einen Schreck eingejagt, denn es war das ESCOM-Auto und wir haben diesen Monat unsere Rechnung noch nicht bezahlt. Aber scheinbar hat das Befahren unsers Rasens vor unserem Haus dazu geführt, dass eine Wasserleitung geplatzt bzw. gebrochen ist. Auf jeden Fall sprudelt jetzt gerne mal das Wasser in einer hohen Fontäne aus dem Rohr vor unserem Haus und unsere Leitungen im Haus bleiben leer. Zum Glück ist der Bruch vor dem Wasserzähler, so dass wir nicht für das Wasser bezahlen müssen. Aber leider konnte der Schade bis jetzt noch nicht behoben, sondern nur notdürftig geflickt werden. Und ich habe deshalb heute schon drei Mal kostenlos in unserem Garten geduscht. Wir haben nämlich versucht ganz viel Wasser aufzufangen. Jetzt sind alle unsere Wassereimer und die Badewanne randvoll Wasser. Eigentlich sollen wir heute noch in die Stadt fahren um Waterboard den Schaden zu melden und jemanden zu bekommen, der unser Problem beseitigt. Aber noch warten wir …


Eine Sache, die ich in Deutschland schon gut konnte und hier perfektioniert habe, ist meine Geduld und Beharrlichkeit. Ich war heute nicht ein oder gar zwei Mal beim Sekretär des Principals, nein, ich war drei Mal da. Beim ersten Mal wurde ich auf die nahe Zukunft vertröstet und es wurde mir noch in Aussicht gestellt, den Principal zu treffen. Beim zweiten Mal sollte er any minute from now kommen, also habe ich mein Buch durchgelesen und Tagebuch geschrieben. Nachdem ich damit durch war, war ich noch kurz im Computerraum bis zu meinem dritten Besuch. Da wurde mir dann die Hoffnung auf ein heutiges Treffen mit dem Principal genommen. Es wusste zwar niemand, wo er gerade steckte, aber ich solle doch nach Hause gehen und bitte erst morgen wieder kommen. Okay, der Plan, den Principal zu treffen, ist ein weiteres Mal gescheitert. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.



Trotz widriger Umstände konnte ich heute dann doch noch jemanden mit meiner Arbeit glücklich machen. Durch die stille Freiwilligenpost wurde mir übermittelt, dass es bei einer Lehrerin ein Problem mit einem Schloss geben würde. Also habe ich auf dem Weg nach Hause meine Werkzeugkiste mitgenommen und habe mich umgezogen. Ich arbeite nämlich nicht so gerne im Rock, den ich extra für den Besuch beim Principal angezogen hatte. Dann habe ich mich auf den Weg zum Problemfall gemacht. Hier in Malawi werden die Türschlösser oft mit einem Lock-Blocker gesichert, für den man auch noch einen Schlüssel braucht. Und bei der Lehrerin war der Schlüssel leider im Lock-Blocker abgebrochen. Und ich sollte nun die Tür aufbrechen. Tja, wenn ich in Deutschland keine Arbeit finde, dann werde ich wohl Einbrecher. Ich glaube nämlich, dass ich dafür schon ein Bisschen Talent habe. Auf jeden Fall habe ich es tatsächlich ohne Spezialwerkzeug geschafft, die Tür zu öffnen. Und sie ist auch weiterhin benutzbar, ich habe sie also nicht zerstören müssen. Scheinbar war meine Ausbildung doch zu etwas gut und ich habe auch tatsächlich etwas gelernt von meinen Lieblingsgesellen *gg*.


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