Montag, 3. Mai 2010

ich bin wieder da

Da sich mal wieder jemand über meine Schreibfaulheit beschwert hat, fühle ich mich gezwungen, etwas zu schreiben.
Eigentlich war auch gar nicht meinen Schreibfaulheit an allem Schuld, sondern dass ich gar keine Möglichkeit hatte, etwas zu schreiben oder ins Internet zu gehen.
Am letzten Samstag haben wir uns auf den Weg nach Chipunga zu Kathi und Jona gemacht. Wir waren zu Kathis Geburtstag eingeladen worden und wollten deshalb ein paar Geschenke überreichen. Die Hinfahrt verlief auch ohne Probleme und so hatten wir einen lustigen Nachmittag und Abend im netten Freiwilligenhäuschen in kleiner Freiergruppe. Eigentlich sollte es am Sonntag wieder zurück nach Kasungu gehen, doch wegen des noch fallenden Regen in der Gegend, haben wir die Abreise auf den nächsten Morgen verschoben. Wir sind dann auch vor sechs Uhr aufgestanden, weil der Taxifahrer um halb sieben kommen sollte. Als wir ihn um sieben Uhr angerufen haben, war immerhin schon „on the way“. Gegen neun Uhr stand er dann vor unserer Tür, leider ohne sein Auto. Das steckte angeblich „not far“ im Matsch. Wir haben dann unser Gepäck geschultert und sind eine Dreiviertelstunde zu Fuß durch den Schlamm gewatet. Nur durch Zufall ist wohl keiner hingefallen, denn gerutscht sind wir ganz schön. Leider war das Auto nicht so weit aus dem Schlamm zu bewegen, dass wir damit nach Mzuzu hätten fahren können. Nach erfolglosen vier Stunden standen wir dann wieder vorm Haus bei Jona und Kathi. Nachdem uns Jona ein Bisschen ausgelacht hatte, wurden wir freundlich aufgenommen und haben erst einmal etwas zu essen bekommen. Wir waren total durchgeweicht und ausgekühlt, weil es fast die ganze Zeit geregnet hat und wir fast die ganze Zeit neben dem Auto standen, als es im Schlamm rumgewühlt hat. Nachdem wir unsere nassen Klamotten ausgezogen hatten, haben wir uns in unsere Schlafsäcke gekuschelt und versucht nicht zu erfrieren. In Chipunga ist es echt richtig kalt. Da wir nun den letzten Bus nach Kasungu nicht mehr erreichen konnten, haben wir noch eine Nacht außer Haus verbracht.
Am Dienstag haben wir dann einen neuen Versuch gewagt. Wir haben unsere klammen Sachen, die leider bei den dortigen Wetterverhältnissen nicht getrocknet sind, wieder angezogen und unser Gepäck geschultert. Unter Kathis Führung haben wir einen 1 ½ stündigen Fußmarsch zum nächsten Dorf zurückgelegt. Der Weg, der meistens eher ein Trampelpfad war, ging hauptsächlich Berg auf und wir hatten teilweise ganz schön zu kämpfen. Zum Glück kam nach einer Stunde Wartezeit ein Pendeltaxi, das uns dann nach Mzuzu gefahren hat. Auf dem Weg wären wir ein Mal fast in einen Fluss gerutscht, doch der Taxifahrer konnte das Schlimmste verhindern. Von Mzuzu konnten wir dann endlich mit dem Bus nach Kasungu fahren.
Nachmittags haben wir Besuch von einem Mitarbeiter unserer Organisation bekommen, der bis Donnerstag geblieben ist. Wir wurden von ihm zum Thema Gesundheit befragt und er hat sich unsere Einsatzplätze angeguckt.
Am Donnerstag sind Lilli und ich dann nach Lilongwe gefahren um verschiedenes Material für die Demonstration School und das Collage zu kaufen. Die Fahrt war ein Bisschen abenteuerlich. Wir sind an zwei verunfallten Transporten vorbei gekommen. Der eine war komplett ausgebrannt und der zweite hatte ein total verbeultes Führerhaus. Dann haben wir noch zwei Hundeleichen gesehen, die von Auto überfahren worden sind. Und zum Schluss wäre uns fast noch ein bierkistengroßes Metallteil auf die Motorhaube geknallt. Nur durch die schnelle Reaktion unseres Fahrers wurde Schlimmeres verhindert. Weil wir relativ spät angekommen sind, haben wir nur noch unsere Sachen ausgepackt uns ein Bisschen eingerichtet und sind ins Bett gefallen.
Am Freitag sind wir dann früh aufgestanden und haben uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Da wir ja relativ viel Zeit hatten, haben wir fast jeden interessanten Shop abgeklappert. Unsere Liste haben wir dann nach anfänglichen Schwierigkeiten ganz gut abgearbeitet. Nachmittags waren wir dann ziemlich erschöpft wieder in unserem wochenendlichen Quartier angekommen.
Den Samstag (1. Mai 2010) haben wir dann hauptsächlich für private Einkäufe genutzt und sind dann nach einem Frühstück und nachdem wir unsere Sachen gepackt haben, in einen Bus nach Kasungu gestiegen. Nach einer ziemlich unspektakulären Fahrt sind wir dann nach knapp zwei Stunden am Busdepot angekommen, wo wir von Peter in Empfang genommen worden sind. Da haben wir noch auf unseren Wochenendgast Bianca gewartet, die einen weniger schnellen Bus genommen hatte. Zu viert haben wir uns dann mit Kabazas auf den Weg zum TTC gemacht, wo wir dann kurz vorm Dunkelwerden, nach einem Zwischenstopp bei Peter, abgekommen sind.
Sonntag waren wir dann ein Bisschen auf dem Markt und haben Bianca Kasungu gezeigt. Und den Rest des Wochenendes wollen wir zum Entspannen nutzen. Und außerdem muss ich noch ganz viel Wäsche waschen.

1 Kommentar:

  1. Da habt Ihr ja wieder einiges erlebt. Was für ein Glück, dass letztlich alles gut gegangen ist.
    Vielen Dank für den langen Post, war ja auch überfällig.

    AntwortenLöschen