Freitag, 30. Juli 2010

mein Urlaub in Salima

Heute erst die Fotos, dann der Text:
Ich beim Tischler in Salima:
Mein Strandkunstwerk:
Andrew und ich am Strand:

Ein Teil der Faimlie vorm Haus (Andrews Tante und Enkelkinder)


Und jetzt der Text:

Ja, ich lebe noch!


Ich war nur ein Bisschen verhindert, deshalb konnte ich in der letzten Zeit nicht schreiben, aber das werde ich jetzt mal nachholen.




Am Samstag haben sich viele kleine Freiwillige auf den Weg nach Lilongwe gemacht (naja, einige auch schon am Freitag, weil sie einen längeren Weg hatten oder noch das tolle Stadt (-nacht) leben genießen wollten). Da wir aber nur circa 2,5 Stunden bis zur Hauptstadt brauchen, haben wir erst am späten Vormittag die Reise angetreten. Unser Besuch hatte zwei Gründe. Der erste war ein Treffen mit einem Experten unserer Organisation, der uns bei einer Entwicklungszusammenarbeitsdiskussion Rede und Antwort stehen sollte. Eigentlich war das schon für das Zwischenseminar geplant, doch konnte er sich da leider keine Zeit für uns nehmen. Circa 20 Freiwillige, unsere Landesdirektorin, unsere Koordinatorinnen und ein paar andere haben sich dann im Laufe des Tages in unserem neuen Freiwilligenhaus eingefunden, dessen Einweihung der zweite Programmpunkt sein sollte. Da wir ziemlich früh eingetroffen sind, konnten wir noch bei den Vorbereitungen für die abendliche Festveranstaltung helfen. Pünktlich kam Herr S. und wir konnten dann mir unseren Fragen und Diskussionen beginnen. Nah circa 2 ½ Stunden hatten wir dann den anstrengenden Teil des Tages hinter uns gebracht und wie konnten mit dem fröhlich, entspannten Teil beginnen. Unsere Einkäufe, Vorbereitungen und das Essen waren zum Glück ausreichend, so dass wir gemütlich zusammen sitzen konnten und uns bis spät in die Nacht unterhalten konnten. Es war schön, mal wieder mit vielen anderen Freiwilligen auf einem Haufen zu sein, auch wenn wir das in der nächsten Woche schon wieder haben werden, denn da ist Endseminar.



Urlaub in Salima

Am Sonntag habe ich mich dann von allen anderen verabschiedet und habe mich auf den Weg nach Salima gemacht, denn ein Student hatte mich zu sich nach Hause eigeladen. Alle Studenten unseres Colleges hatten am Freitag ihre Examen beendet und nun einen Monat frei und verbringen diesen zuhause bei ihren Familien. Ich habe einen langsamen, aber bequemen Bus erwischt und war am frühen Nachmittag endlich am Busdepot in Salima. Bis dahin wusste ich noch nicht, wie lange die Reise insgesamt dauern sollte. Mal hieß es, der Student wohnt direkt im Ort und mal hieß es, vom Depot müsse man noch fünf Kilometer weit laufen. Zum Glück hat mich Andrew vom Bus abgeholt, ich musste nur ein paar Minuten auf ihn warten. Er hat sich dann gleich meinen Rucksack auf den Rücken geworfen und ist losmarschiert. Nach circa 15 Minuten waren wir dann auch schon bei ihm zuhause. Er wohnt bei seinem Onkel und seiner Tante, da er keine Eltern mehr hat. Insgesamt wohnen circa 15 Leute in mehreren zusammengehörenden Häusern. Ich war der erste weiße Besucher bei der Familie und wohl auch in Teilen des Dorfes. Natürlich haben mich bei den Spaziergängen durch in der näheren Umgebung wieder Azungu Rufe begleitet, was mich mittlerweile aber nicht mehr wirklich stört. Die Menschen freuen sich eben, einen Gast in ihrem Dorf zu sehen. Der kleinste Neffe von Andrew hingegen war nicht begeistert. Anfangs hat er sofort angefangen zu weinen, wenn er mich gesehen hat. Zum Glück hat sich das nach einiger Zeit gebessert, trotzdem ist er bis zum Schluss mir gegenüber sehr skeptisch geblieben. Für einen einjährigen Jungen ist es eben noch schwer zu begreifen, dass es auch weiße Menschen gibt. Das ganze Dorf ist eher modern, so haben alle Häuser Stromanschlüsse und einen Wasserhahn. Es gibt jedoch noch keine Wasserleitungen in die Häuser, was jedoch auch nicht besonders wichtig ist. Geduscht gewaschen und gekocht wird draußen. Jeden Morgen und jeden Abend wurde mir eine Schüssel mit Wasser (morgens sogar warm) in ein kleines Häuschen gestellt, in dem ich mich waschen konnte. Ein Dach hatte dieses nicht, so konnte ich jeden Morgen schön die Sonne genießen. Die Toilette war typisch malawisch, denn sie bestand aus einem Häuschen, das ein Loch in der Mitte im Boden hatte, über das man sich hocken musste. An sich ist diese Art von Notdurftanstalt hygienischer, als so manches anderes Spülklo, da man mit Bakterien nicht direkt in Kontakt kommen, kann wie bei einigen ungeputzten Klobrillen.



Da viele Familienangehörige zusammen wohnen und es nicht viele Räume gibt, schlafen oft mehrere Personen in einem Zimmer, oder auch einem Bett. Bei Andrews Familie gibt es aber genug Betten, nur kein Gästebett, deshalb habe ich mir eins mit der größten Tochter der Tante von Andrew geteilt. Das malawische Leben beginnt bei Sonnenaufgang, auch wenn man abends spät ins Bett gegangen ist. So war ich spätestens um 6:30 Uhr dreißig auf den Beinen.


Andrew hat mir am Ankunftstag Teile des Dorfes gezeigt und wir haben ein paar Freunde von ihm besucht, unter anderem auch eine andere Studentin aus unserem College. Abends haben wir uns dann noch ein paar afrikanische Musikvideos angeguckt bevor wir schlafen gegangen sind.

Am Montag sind wir mit einem Freund an den See gefahren und haben dort den Tag verbracht. Von der Seeseite aus, haben wir uns viel Lodges und Cottages angesehen, waren baden und haben Strandspiele veranstaltet. Ich habe mir natürlich ein Bisschen den Nacken verbrannt, aber da hatte ich auch selber Schuld, denn ich hatte mal wieder meine Sonnencreme vergessen. Leider konnten wir uns nicht die Krokodile angucken, die es einem zu einer Lodge gehörenden Gehege zu sehen gibt, da unser Geld dafür nicht gereicht hat. Vielleicht holen wir das aber noch nach.


Den Dienstag haben wir dann in der Stadt verbracht. Ich wurde überall herumgeführt und wir haben wieder Freunde von Andrew besucht. Der Vater einer Studentin, die wir besucht haben, ist Tischler. Bei dem haben wir dann mal für kurze Zeit über die Schulter geguckt. Seine Arbeiten (Schränke, Betten, Kommoden) sahen ziemlich gut aus, was bei den hiesigen Tischlern nicht immer der Fall ist und mit den vorhanden Maschinen und Werkzeugen nicht immer einfach zu erreichen ist. Später saßen wir längere Zeit im Büro einer NGO und haben uns mit einem Supervisor, einem Freund von Andrew, unterhalten. Nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass ich in einer christlichen Organisation gelandet bin. Es wurde dann mal wieder versucht, mich davon zu überzeugen, dass ich eigentlich doch an Gott glaube und der Glaube sehr wichtig für mich ist. Wir haben circa eine Stunde über Glauben, Gott und Kirche diskutiert und zum Abschluss habe ich meine erste Bibel geschenkt bekommen. Ob mich die überzeugen wird, sei mal dahingestellt. Aber auf jeden Fall eine nette Geste. Auf dem Weg zurück haben wir dann noch einen Studenten getroffen, der gerade einen Maissack zu Mühle bringen sollte und von seiner Mutter angetrieben wurde, als er zu einem kurzen Schnack bei uns angehalten hatte. Wieder zuhause wollten wir dann noch einen Film gucken, bei dem wir dann leider vom Stromausfall unterbrochen worden sind. So große Wasser- und Stromprobleme, wie in Kasungu, gibt es in Salima eigentlich nicht. Wasser gibt es immer, Strom auch, außer gerade, wenn ich da bin nicht. Wir saßen dann noch bis zum Essen draußen und danach mit einem Großteil der Familie im Haus.


Gegessen haben wir jeden Tag drei große Mahlzeiten. Angefangen hat es jeden Morgen mit einem Frühstück, das immer unterschiedlich war. Den ersten Tag gab es Brot, den zweiten Süßkartoffeln, den dritten Süßkartoffelpüree mit Groundnutsflour und jedes Mal dazu Tee. Zum Mittag gab es immer Nsima mit Sauce, Salat oder Ei. Auch wenn man nicht pünktlich zum Mittag zurück ist und unterwegs schon etwas gegessen hat, muss das Essen nachgeholt werden, egal, ob dann nur noch zwei Stunden bis zum Abendessen sind. Zum Supper gab es Reis mit Relish. Und natürlich wurde immer schön vorm Essen gebetet, einmal sogar, als wir nur Kekse zwischendurch gegessen haben. Jetzt kann ich in den Himmel aufgenommen werden…



Mittwoch habe ich mich dann von allen verabschiedet uns es mussten noch Gruppenfotos gemacht werden. Die Familie hofft sehr darauf, dass ich sie nochmal besuchen komme, was ich auch plane und dann auch hoffentlich noch funktioniert. So langsam wird die Zeit knapp. In einem Monat bin ich schon wieder in Deutschland. Als Abschiedsgeschenk habe ich von der Familie noch eine riesige Tüte voll mir Groundnuts bekommen.




Ich bremse auch für Bingu


Die Rückfahrt hat bis Lilongwe gut und schnell geklappt. Sowohl in Salima, als auch in Lilongwe habe ich gleich einen Bus gefunden, die schnell losgefahren sind. Nur musste der zweite Bus dann erst einmal zur Buscompanywerkstatt fahren. Hier saßen wir dann erst einmal und wussten nicht, was passieren soll. Nach circa 20 Minuten haben wir dann einen anderen Bus bestiegen, der dann auch nach einer viertel Stunde losfahen wollte. Leider gab es noch Probleme und der Bus musste noch mit Hilfe einer gro0ßen Eisenstange am vorderen radkastenausgebeult werden. Aber danach konnte es dann tatsächlich endlich losgehen. Der Busfahrer wollte dann natürlich die verlorene Zeit wieder aufholen und ist losgerast, was leider auch nur ein paar Minuten ging, denn dann kam uns ein Motorrad mit Sirenengeheul und Blaulicht entgegen. Vorher hatte ich mich schon über die vielen Polizisten an den Straßenrändern gewundert, jetzt wurde mir klar, der malawische Präsident, Bingu wa Mutharika, kommt von seinem Keniabesuch zurück. Wir mussten dann mit dem Bus von der Straße runter in den Graben fahren und warten, bis Bingu mit seinem Gefolge, circa zehn Motorräder und 45 Autos, an uns vorbei war. Danach konnte die Fahrt ohne Probleme vorgesetzt werden und ich war am späten Nachmittag wieder in Kasungu.

1 Kommentar:

  1. Das lange Warten auf einen neuen Post hat sich wirklich gelohnt, vielen Dank. Das war sehr informativ. Liebe Grüße, M.

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