Montag, 13. Dezember 2010

"Von Menschen und Göttern"

Alles was kostenlos ist, muss nicht umsonst sein. Aber was kostenlos ist, wird gerne mitgenommen. So kam es auch, dass ich am letzten Donnerstag mal wieder im Kino war. Meine Mutter hatte zwei Karten für die Preview für den Film „Von Menschen und Göttern“, der 2010 den großen Preis der Jury gewonnen hatte, und seine große Premiere vor dem offiziellen Kinostart nun in Flensburg haben sollte.

Ich mag Kino, also musste meine Mutter mich nicht lange dazu überreden, mir mit ihr den Film anzugucken. Da die Premiere von drei Rotary-Clubs aus Flensburg organisiert worden ist, wurde natürlich erst einmal Werbung in eigener Sache betrieben. Naja, so haben wir dann auch noch etwas über die Arbeit der Clubs erfahren und durften dann auch noch den gaaanz neuen Image-Film von dem Verein Schutzengel angucken. Der Verein hilft nicht nur Familien und Schwangeren bei kleineren und größeren Problemen, sondern gibt ihnen auch einfach nur eine Möglichkeit die Tage gemeinsam zu verbringen und sich über Gott und die Welt auszutauschen.

Nach den Dankesworten und der Eigenwerbung konnte der Film dann nach eine Stunde des Beginns der Veranstaltung tatsächlich auch vorgeführt werden.
Der Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, beginnt ziemlich ruhig und handelt von einem Kloster im algerischen Atlasgebirge in den 1990er Jahren. Die französischen Mönche geraten, als sich die politische Stimmung im Land zunehmend aufheizt, zwischen die Fronten von Terroristen und korrupter Armee. Auf Grund der für sie unerfüllten Mission weigern sie sich das Land zu verlassen, woraufhin sie entführt werden. Die offizielle Version der lautet, dass die Täter die GIA - Groupe Islamique Armé - , gewesen sein soll. Auch soll diese die Mönche ermordet haben. Momentan werden Ermittlungen angestellt, ob nicht vielleicht doch die algerische Armee für den Tod der Mönche verantwortlich ist.
Der Film berücksichtigt die unsichere Lage der historischen Fakten, deshalb wird auch zum Ende des Filmes offen gelassen, was wirklich mit den Mönchen passiert ist und wer für dessen Tod verantwortlich ist.

Der Film wurde wohl nicht wegen seiner großen Effekte oder atemberaubenden Spannung ausgezeichnet, den diese sind im Film nicht zu finden. Das Erzähltempo ist eher, wie soll man sagen, wie ein plätscherndes Bächlein. Es passt aber gut zum bedächtigen Lebensstil der Mönche, deren Höhepunkt ihres rituellen Alltages die klosterinternen Gottesdienste sind. Diese Gottesdienste wirken völlig isoliert von der politischen Realität des Landes. Dieser Film zeigt sehr gut das konfliktreiche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit, das nach wie vor ein aktuelles politisches Thema ist und deshalb finde ich „von Menschen und Göttern“ sehenswert und ich habe mich gefreut, ihn im Kino gesehen zu haben.

Der Film war zwar für mich kostenlos, aber nicht umsonst.

1 Kommentar:

  1. Schön, mal wieder was von Dir zu lesen.
    Ich mochte den Film gerade wegen seiner zum Teil ruhigen Sequenzen und auch sehr schönen Landschaftsaufnahmen. Irgendwo habe ich gelesen, dass das Ende eigentlich anders geplant war, das Filmteam von dem plötzlich einsetzenden Schneefall überrascht wurden und den Schnee dann als dramatisches Mittel eingebaut hat. Nachdem die Szene im Kasten war, soll der Schnee auch bald wieder verschwunden sein.
    Nächste Woche wirst Du hoffentlich über "Tarzan" berichten, ein völlig anderes Event.
    Liebe Grüße, M.

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