Dienstag, 29. Juni 2010

mein Wochenende

Samstag

Am Samstag bin ich mal wieder früh aufgestanden. Mein Supervisor brauchte Holz aus meiner Werkstatt und da ich später sowieso wieder den TischlerClub für die Studenten hatte, bin ich gleich mitgegangen.

Leider kamen die Studenten mal wieder nicht alle pünktlich. Der erste kam zehn Minuten zu spät und die letzten zehn Minuten vor Ende des Unterrichts. So konnte ich leider meinen Theorieunterricht nicht wie geplant durchführen. Aber das nächste Mal wird es dann wieder ernst. Nach wie vor bauen alle an ihren Linealen für die Tafel. Bei einigen läuft es ganz gut und andere brauchen noch ein Bisschen Nachhilfe, was aber auch mit der jeweiligen Vorbildung zusammen hängt. Aber mit den Studenten lässt es sich ganz gut arbeiten, denn sie können alle so weit Englisch, dass ich mich mit ihnen ganz gut verständigen kann. Leider sind bald Examen am College und dann ist das Schuljahr auch schon bald vorbei, deshalb werden wir wohl keine großen Projekte mehr in Angriff nehmen können.

Eigentlich wollten wir dann am Nachmittag auf einen Berg hier in der Nähe steigen. Diesen Plan haben wir aber verworfen, weil wir zu einem Bridal Showering eigeladen worden sind. Diese „Brautdusche“ wird hier eine Woche vor der Hochzeit mit der Braut veranstaltet, Männer sind dort nicht zugelassen. Mehr wussten wir davon dann auch nicht, als Lilli und ich uns auf den Weg in die Stadt zum Veranstaltungsort gemacht haben. Wir hatten uns in unsere traditional wear geschmissen und auf dem Weg noch schnell Chintenjes gekauft, damit wir unter den Malawierinnen nicht zu sehr auffallen. Nachdem wir uns vormittags nochmal genau erkundigt hatten, wo die Feier stattfinden sollte sind wir zu „heaven´s mouth“, unserem Pizza-Engländer gegangen. Dort haben wir dann knapp zwei Stunden gewartet, bis die ganze Veranstaltung mit einem Gebet begonnen hat. Als wir uns die ganzen Gäste angesehen haben, konnten wir feststellen, dass wir wohl in der malawischen Oberschicht gelandet sind. Viele der Frauen haben Jeans und hochhakige Schuhe getragen. Wir waren schon fast am traditionellsten angezogen. Naja, lieber overdressed als underdressed!

Ja und dann haben wir erfahren, was sich hinter dem Bridal Showering verbirgt. Bei dieser Veranstaltung werden der zukünftigen Braut gute Ratschläge erteilt und es wird mit ganz viel Geld um sich geschmissen. Für uns war das ein Wenig befremdlich. Aber an sich ist es ja egal, ob man das in ein Sparschwein für die Braut steckt, oder es mit großem Tamtam und Trara übergibt. Was die Braut später mit dem Geld machen soll, wissen wir nicht genau, gehen aber davon aus, dass sie es für die Hochzeit verwenden wird. Kurz vor Schluss wurden dann noch den Müttern der Braut und des Bräutigams Chintenjes, ich denke in den Hochzeitsmustern und –farben überreicht. Leider wurde es da schon dunkel und Lilli und ich habe das Fest vor dem closing Prayer verlassen.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt mal dabei gewesen zu sein und jetzt freuen wir uns auf die Hochzeit am nächsten Wochenende.

Sonntag

Der Sonntag ist zum Ausschlafen da und das haben wir auch gemacht. Der Tag hat ganz ruhig begonnen. Wir haben zu dritt (Peter, Lilli und ich) in Ruhe gefrühstückt und meinen malawischen Geburtstag gefeiert. Eigentlich habe ich ja erst in zwei Monaten Geburtstag, aber weil ich dann nicht mehr hier bin, haben wir uns gedacht, feiern wir ihn einfach jetzt schon mal vor. Es kann nämlich nicht sin, dass ich ein Jahr (weniger einer Woche) hier in Malawi bin und hier keinen Geburtstag feier. Also hat Peter einen richtig leckeren Schokoladenkuchen gebacken, Lilli hat mir einen Geburtstagtisch gedeckt und ich habe sogar ein Geschenk bekommen. Eigentlich wollten wir zum Mittag beim Engländer Pizza essen, doch hatten wir schon am Samstag erfahren, dass es mal wieder keinen Käse in Kasungu gibt und es deshalb nicht möglich ist. Naja, ein anderes Mal wieder…

Bis zum Fußballspiel haben wir uns dann einen ruhigen Tag gemacht, Filme geguckt und auf den Matratzen im Wohnzimmer gelegen.

Kurz vorm Fußballspiel haben wir uns dann angezogen und sind zu Hall ins College gegangen. Dort wurde noch eine Serie auf dem Fernseher gesehen und der Beamer war auch noch nicht an, also sind wir weiter in den Staff room gegangen. Mit ein paar College-Lehrern haben wir uns dann zusammen die erste Halbzeit angesehen. Das Spiel war echt spannend und ein paar Lehrer haben sich auch für Deutschland gefreut und wir natürlich auch.

In der Halbzeitpause wollten wir uns mit einem Studenten treffen, den wir leider nicht gefunden haben. Kurz vor Ende der Pause haben wir dann unserer neuen Plätze in der Hall eingenommen und uns schon riesig darauf gefreut, mit den Studenten die zweite Halbzeit zu gucken. Und dann …. War Blackout! Tja und somit war für uns das Spiel gelaufen. Scheinbar gibt es so viele Engländer und Deutsche hier in Malawi, die nicht in Kasungu wohnen, dass man dem kleinen Kasungu einfach mal den Strom abdrehen kann, damit die besser bezahlenden Azungu weiter gucken können. Leider besitzt auch keiner von uns ein Radio und die der Studenten laufen fast alle nicht mit Batterien, sondern brauchen auch den Strom aus den Steckdosen. Wir haben uns dann ziemlich geärgert, sind ein Bisschen herum gelaufen und haben dann zufällig einen Studenten getroffen, der uns berichtet hat, dass Deutschland 4:1 führt. Da waren wir ein Wenig milder gestimmt, aber haben uns natürlich auch weiterhin geärgert, dass wir das Spiel nicht weiter sehen konnten. Naja, immerhin sind wir eine Runde weiter…

Zum Abendessen waren wir dann bei meinem Supervisor eigeladen. Dort gab es Nsima mit Masamba und für die Tierfresser Fisch. Ich bin echt beeindruckt davon, wie viel einige Menschen in sich hinein schaufeln können, ich war auf jeden Fall ziemlich schnell ziemlich voll. Und als wir dann noch Erdnusscreme und Süßkartoffeln probieren mussten, wäre ich fast geplatzt. Nach dem Essen haben wir uns dann noch das Spiel Mexiko gegen Argentinien angesehen. Da hätten wir gerne Blackout gehabt. Das rumgebolze konnte man sich ja kaum mit ansehen. Aber meinem Supervisor beim Fußballgucken zuzusehen macht echt Spaß und mit seiner Tochter, der kleinen Wilina, zu spielen auch.

Wieder zuhause, sind wir dann nur noch total k.o. ins Bett gefallen. Das war mein Wochenende. Die otos gibts im nächsten Post...

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